Bruno Spengler stieg 2005 mit Mercedes in die DTM ein © imago

Der Kanadier beschert den Münchnern nach der Rückkehr ersten Erfolg. Mercedes-Pilot Paffett bleibt vor Spengler-Kollege Farfus.

Klettwitz/München - Bruno Spengler hat Rückkehrer BMW schon im zweiten Rennen nach dem Comeback in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft den ersten Sieg und nach 7.147 Tagen Wartezeit Jubiläums-Triumph Nummer 50 beschert. (Zusammenfassung So., ab 23.45 Uhr im TV auf SPORT1)

Nach einem packenden Duell mit Mercedes-Pilot Gary Paffett brüllte der Kanadier nach der Zieldurchfahrt auf dem Lausitzring seine ganze Freude ins Helm-Mikrofon: "Ich kann's nicht glauben!"

Zurück in der Boxengasse, warf er sich auf die Motorhaube seines matt-schwarzen M3 und gab seinem neuen Auto einen liebevollen Klaps.

"Gestern die erste Pole, jetzt Sieg Nummer 50 - und das mit mir. Das ist so besonders, ich habe überall Gänsehaut. Dieses Wochenende werde ich nie vergessen", sagte der von Mercedes zu BMW gewechselte Spengler, der zum zweiten Mal nach 2010 in der Lausitz triumphierte. (BERICHT: BMW-Rückkehr fasziniert)

Zehnter DTM-Erfolg

Von der Pole-Position fuhr er ohne den kleinsten Fehler zu seinem insgesamt zehnten DTM-Erfolg und wehrte alle Angriffe seines früheren Teamkollegen Paffett ab.

Mit Platz drei machte Augusto Farfus das traumhafte BMW-Wochenende perfekt und kletterte als erster Brasilianer in der DTM aufs Siegerpodest.

"Das ist der absolute Wahnsinn, so ein Comeback nach 20 Jahren Pause. Das ist der absolute Traum", sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt, dessen Vorgänger Mario Theissen vor Ort Zeuge der Münchner Sternstunde war. ( 549092 DIASHOW: Die Favoriten auf den DTM-Titel 2012 )

Haug gratuliert

Zuletzt hatte der Italiener Roberto Ravaglia an der Spitze von fünf BMW-Piloten am 11. Oktober 1992 in Hockenheim für die Weiß-Blauen einen Sieg geholt.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug gehörte zu den ersten Gratulanten. "Nichts für schwache Nerven. Der Speed für den Sieg war da, aber schneller können ist das eine, überholen können das andere. Glückwunsch an BMW und Bruno Spengler zu diesem ersten Sieg", sagte Haug.

"Es war knapp, aber es hat nicht gereicht", sagte der Brite Paffett, der sich aber freute, die Führung in der Gesamtwertung ausgebaut zu haben. (Mercedes mit Doppelsieg beim DTM-Start)

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Green Vierter

Nach dem Sieg beim Auftakt in Hockenheim und Rang zwei in der Lausitz liegt der erfolgreichste aktive DTM-Pilot mit jetzt 43 Punkten 13 Zähler vor seinem Landsmann und Teamkollegen Jamie Green (30), der sich hinter Farfus mit Rang vier begnügen musste.

Spengler (25) ist jetzt schon Dritter vor dem punktgleichen Schweden Mattias Ekström, der nach Rang drei zum Auftakt diesmal als Fünfter wieder bester Audi-Pilot war.

Titelverteidiger Martin Tomczyk (Rosenheim) war als Siebter dritter BMW-Pilot in den Punkten, den letzten Zähler holte sich der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher im Mercedes auf Rang zehn.

Letzte BMW-Pole durch Cecotto

Grund zum Jubeln hatte BMW bereits am Samstag. Spengler und Farfus stellten ihre Autos in die erste Startreihe. Spenglers 12. Pole Position in der DTM war für die Münchner die erste nach der Rückkehr. Zuletzt hatte davor Johnny Cecotto (Venezuela) am 18. Juni 1992 auf dem Nürburgring in einem BMW eine Qualifying-Bestzeit geholt.

Beim Start behauptete Spengler seine Führung, Farfus verlor auf dem Weg zur ersten Kurve jedoch Rang zwei an Paffett.

Diese Reihenfolge blieb auch nach dem ersten Boxenstopp erhalten. Die Spitze übernahm vorerst Green, der bis zur 25. Runde auf seinen ersten Stopp wartete. Weil es dabei aber ein Problem gab, fiel er wieder hinter Farfus auf Rang vier zurück.

Packende Duelle

Spengler behauptete die Führung vor seinem Schatten Paffett auch beim zweiten Reifenwechsel, den Paffett in Runde 31 absolvierte. Spenglers Boxenteam reagierte aber sofort und holte ihn eine Runde später ebenfalls zum Stopp.

Dort wurde er schnell genug abgefertigt, um vor Paffett wieder auf die Strecke zu kommen, ebenso wie Farfus zwei Runden später vor Green.

Danach entwickelten sich zwei packende Duelle zwischen BMW und Mercedes, in denen Spengler und Farfus jeweils die Nase vorn behielten.

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