Der ehemalige Weltklasse-Skispringer Hans-Georg Aschenbach befürwortet ein mögliches Anti-Doping-Gesetz.

"Wir alle wissen, dass in Ost und West gedopt wurde, ob nun systematisch oder systemisch. Da bleibt noch historische Aufarbeitung. Aber wichtiger sind das 'Jetzt' und die nähere Zukunft, dem Missbrauch ein Ende zu setzen. Da ist dies ein richtiges Signal", sagte der Olympiasieger von 1976 und dreimalige Weltmeister der "Thüringer Allgemeinen".

Aschenbach studierte nach seiner Karriere Medizin und flüchtete 1988 aus der DDR in der Westen.

Anschließend enthüllte er in einem Interview die Dopingpraxis in der DDR und gab auch selbst die Einnahme von Dopingmitteln zu.

Im von Union und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag einigten sich beide Parteien auf eine Verschärfung der bisherigen gesetzlichen Regelungen.

Wie genau diese aussehen werden, ist jedoch noch nicht klar. Die SPD will den Besitz von Dopingmitteln "uneingeschränkt" unter Strafe stellen, CDU/CSU setzen beim Rechtsgut "Schutz der Integrität des sportlichen Wettbewerbs" an.

"Nach meiner Auffassung verdient ein Anti-Doping-Gesetz, das nur den Wettbewerbsbetrug bekämpfen will, nicht seinen Namen. Es würde die Breite seiner Abschreckung verlieren und stumpf gegenüber dem Besitz vor allem im Blick auf den Nachwuchsbereich sein", sagte Aschenbach.

Und weiter: "Welchen Dealer, welchen Konsumenten schreckt das Arzneimittel-Gesetz mit eingeschränkter staatlicher Verfolgung ab? Hat es das bisher getan?"

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