Deutschland braucht im Anti-Doping-Kampf ein von Sportverbänden unabhängiges Überwachungssystem.

Das forderte der Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA, Travis Tygart, im "Stern".

Tygart argumentiert, Verbandsvertreter würden alles tun, um ihren Sport skandalfrei zu halten.

"Es geht zum Beispiel überhaupt nicht, dass der DFB für die Tests in der Bundesliga mitverantwortlich ist. Da passt der Fuchs auf die Henne auf."

2012 hatte Tygart durch seine Ermittlungen den siebenfachen Tour-Sieger Lance Armstrong des Dopings überführt.

Heute sagt er: "Ich habe im Fall Armstrong das gesamte Material gesehen und weiß, dass er noch lange nicht die ganze Wahrheit gesagt hat."

Deswegen ermittle die USADA auch weiter.

US-Chefermittler Tygart attackiert den internationalen Radsportverband UCI heftig.

Dieser verschleppe Ermittlungen, weil sonst jeder sehen würde, wie er am Betrug im Radsport beteiligt gewesen sei.

Deswegen habe es bisher auch keinen Neuanfang im Radsport gegeben. Tygart: "Die alten Löcher sind noch da. Und dem Testprogramm der UCI kann man nicht vertrauen."

Tygart hält es für durchaus möglich, dass etwa im Schwimmsport oder der Leichtathletik ähnliche Netzwerke wie bei den Radfahrern bestehen. Im Interesse eines sauberen Sports fordert Tygart mehr Geld für alle Antidoping-Agenturen.

Derzeit hätten sie lediglich "Peanuts im Geldbeutel".

Nur mit besserer Finanzausstattung könnten sie den Kampf gegen eine milliardenschwere Pharmaindustrie gewinnen, die ununterbrochen Medikamente auf den Markt bringe, mit denen Sportler betrügen könnten.

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