Die als Mafia-Expertin bekannt gewordene Kriminologin Letizia Paoli beschuldigt das Umfeld der Universität Freiburg, ihre Aufklärungsarbeit im Dopingskandal um die Hochschule massiv zu blockieren.

Die Rechts-Professorin, die Ende 2009 den Vorsitz über die sogenannte Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin übernahm und die Verstrickung der Uni in das westdeutsche Dopingsystem untersucht, erhebt in der "Badischen Zeitung" nicht nur gegen Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer schwerwiegende Vorwürfe, auch gegen die Stadt Freiburg.

Paoli, die als Juristin einen Lehrstuhl an der belgischen Universität Leuwen hat, beschuldigt Schiewer, im März 2010 habe dieser mit dem Satz "Keine Konzentrierung auf das Dopingthema und keine Zeitzeugenbefragungen" ihren detaillierten Arbeitsplan abgelehnt und 2011 die Existenz und den Verbleib aller erhaltenen Abteilungsunterlagen und der gesamten Geschäftskorrespondenz des verstorbenen früheren Ordinarius für Innere Medizin und Sportmedizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Joseph Keul, vorenthalten.

Keul kommt wahrscheinlich eine Schlüsselrolle im westdeutschen Doping zu. Schiewers' Vorgänger Wolfgang Jäger hat laut Paoli Akten manipuliert. Die Stadt Freiburg mache entscheidende Dokumente nicht zugänglich.

Angesichts der Sprachlosigkeit zwischen Schiewer und Paoli versucht Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) zu vermitteln - bislang vergeblich.

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