Hessens Landessportbundchef Rolf Müller hat sich entschieden gegen ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland ausgesprochen.

Es sei nach jedem Bekanntwerden eines Dopingfalls "ein geradezu reflexhaftes Verhalten" bei einigen Politikern, mit einer neuen gesetzlichen, staatlichen Regelung zu drohen, kritisierte Müller am Dienstag in einer Pressemitteilung des lsb h.

"Mir leuchtet nicht ein, was die Ergebnisse der aktuellen Studie 'Doping in Deutschland von 1950 bis heute' mit den gebetsmühlenhaft wiederholten Forderungen nach einem Anti-Doping-Gesetz zu tun haben", betonte er.

Müller erklärte, es sei nicht akzeptabel, die klaren Beschlüsse der DOSB-Mitgliederversammlung aus scheinbar aktuellem Anlass durch die Hintertür revidieren zu wollen.

Überlegenswert sei, inwiefern das Arzneimittelgesetz um weitere Tatbestände erweitert werden könne, oder ob nach München und Freiburg weitere Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften eingerichtet werden sollten.

"Wichtig beim Kampf gegen das Geschwür Doping ist eine einheitliche gesellschaftliche Ächtung der Doping-Betrüger, ein funktionierendes Trainings- und Wettkampf-Kontrollverfahren, die kompromisslose Sportgerichtsbarkeit und klare gesetzliche Regelungen für die Lieferanten und Unterstützer der dopenden Sportler", sagte Müller.

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