Meinungswandel bei Manfred von Richthofen: Der Ehrenpräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) fordert nun im Kontrast zu DOSB-Präsident Thomas Bach ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland.

Dem ZDF-Magazin "Frontal 21" sagte der frühere Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), er habe in der Frage des Anti-Doping-Gesetzes seine Meinung geändert. Der Staat verfüge durch rechtsstaatliche Mittel über ganz andere Durchgriffsmöglichkeiten.

Die Unabhängigkeit der Sportverbände werde seines Erachtens dadurch nicht angetastet, weil in einem kriminellen Bereich der Staat um Hilfe gebeten werde.

Manfred von Richthofen bemängelte die Haltung westdeutscher Sportverantwortlicher gegenüber gedopten DDR-Sportlern nach der Wiedervereinigung.

"Da kommt ja die große Sportnation DDR hinzu. Wir werden international kräftig aufgewertet und können also noch mehr Medaillen holen."

Insofern habe man sicher das eine oder andere Auge zugedrückt bei bestimmten Athleten aus dem Osten. Man habe vom Erfolg der DDR ein bisschen profitieren wollen.

Die bayerische Justizministerin Beate Merk machte sich im Gespräch "Frontal 21" ebenfalls erneut für ein Anti-Doping-Gesetz stark. Zugleich kritisierte sie die Haltung der Sportverbände, die sich bislang massiv dagegen gewehrt hätten.

Das Argument, die Sportgerichtsbarkeit werde durch ein Anti-Doping-Gesetz gefährdet beziehungsweise ganz ausgebremst, sei nicht nachvollziehbar. Ganz im Gegenteil unterstütze und ergänze die staatliche Justiz die sportliche Gerichtsbarkeit.

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