Franz Joseph Kemper hält die westdeutsche Dopingpraxis für zeitweise schlimmer als im Osten.

"1976, 1980 und danach in den Achtzigerjahren da war es im Westen schlimmer als im Osten. Nämlich weil es in Kleinzellen und nicht so gut kontrolliert passiert ist", erklärte der ehemalige Mittelstreckenläufer bei SPORT1.fm.

"Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger, da war viel Naivität dabei. Aber was 1976 in Montreal passiert ist, was 84 und 88 passiert ist, da hatte der Westen in vielen Belangen zur DDR aufgeschlossen."

An ein staatlich organisiertes Doping zu dieser Zeit glaubt Kemper jedoch nicht: "Im Westen war es deswegen anders, weil es keine staatlichen Direktiven gab, auch nicht unter dem Tisch", glaubt der heutige Professor für International Sports Management.

Trotzdem sieht der Weltrekordler über 1000 Meter von 1966 Versäumnisse: "Es gab sehr viel Augen-zu-Machen und Wegducken von staatlicher Seite und von der Spitze der Sportorganisationen."

Wolfgang Thiele, den immer wieder von Dopingvorwürfen belasteten langjährigen Sprint-Bundestrainer der Frauen, ging Kemper besonders hart an: "Das was Thiele mit den Sprinterinnen gemacht hat, war für mich ein Verbrechen."

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