Florettfechter Sebastian Bachmann hat bei der WM in Budapest die dritte deutsche Medaille denkbar knapp verpasst.

Der 26-Jährige verlor das Viertelfinale gegen Miles Chamley-Watson aus den USA nach einem dramatischen Gefecht und trotz zwischenzeitlicher 10:3-Führung noch mit 14:15.

Sein Gegner gewann später das Finale gegen den Russen Artur Achmatschusin 15:6 und wurde Weltmeister.

Eigentlich hatte sich Bachmann schon über Bronze gefreut, es wäre die erste Einzelmedaille des Tauberbischofsheimers überhaupt gewesen. Gegen den Amerikaner Miles Chamley-Watson hatte der 26-jährige Bachmann den entscheidenden Treffer zum 15:14 gesetzt - Bundestrainer Ulrich Schreck jubelte mit erhobenen Armen. Zu früh.

Der Kampfrichter sah es anders: Er gab dem Deutschen die dritte Rote Karte des Duells - Punkt für den Gegner, 14:15 statt 15:14, Blech statt Bronze. Bachmann habe jeweils den Kopf zu tief gehalten und dadurch die Trefferfläche verringert, entschied der Obmann.

"Der Sieg ist durch die Kampfrichterentscheidungen verhindert worden", sagte Sportdirektor Sven Ressel. Von "Fehlentscheidung" sprach Bundestrainer Schreck. Bachmann musste alles erst einmal in Ruhe verarbeiten. Das deutsche Fechterlager war unisono erzürnt.

Für Europameister Peter Joppich (Koblenzer) war dagegen bereits in der zweiten Runde Endstation. Der viermalige Einzel-Weltmeister unterlag dem Ukrainer Rostyslaw Herzyk 11:15, der später wie Valerio Aspromonte (Italien) Bronze gewann.

"Den Tag muss ich jetzt erstmal verdauen. Wenn ich antrete, will ich natürlich immer eine Medaille gewinnen", sagte der Koblenzer, für den am Ende Platz 19 zu Buche stand: "Ich habe nicht gut gefochten. Das war keine gute WM."

Ihre Auftaktgefechte verloren der Bonner Marius Braun mit 6:15 gegen den Franzosen Jeremy Cadot und der Tauberbischofsheimer Johann Gustinelli mit 9:15 gegen den Japaner Daiki Fujino.

Bereits vor dem letzten Tag der Einzelwettbewerbe hatte der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) mit Silber von Florettfechterin Carolin Golubytskyi und Bronze durch Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann mit dem Degen das vorgegebene Ziel von zwei Medaillen erfüllt.

Weiterlesen