DOSB-Präsident Thomas Bach hat seine Aussagen zum Thema Doping in Westdeutschland am Donnerstag noch einmal wiederholt.

"Es gilt, was ich auf Nachfrage schon unmittelbar nach Veröffentlichung der Studie im "ZDF" gesagt habe: In meiner aktiven Zeit als Fechter und damit auch bei unserem Olympiasieg 1976 in Montreal war Doping für uns kein Thema", sagte Bach in einem vom Deutschen Olympischen Sportbund veröffentlichten Interview.

Deshalb, so Bach weiter, "konnten wir den Kontrollen gelassen entgegen sehen". Über andere Sportarten habe er dann "später gelesen und Hinweise erhalten. Dies führte dazu, dass wir bereits 1981 mit der Sprechergruppe der Athleten beim Olympischen Kongress in Baden-Baden die lebenslange Sperre für Doper gefordert haben."

Er selbst begrüße ebenso wie der gesamte DOSB "die breite öffentliche Diskussion zu diesem wichtigen Thema, welche die Richtigkeit unserer Initiative bestätigt", so Bach weiter: "Wir hoffen auf eine umfassende sachliche Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen, damit auch Generalverdacht und Spekulationen vermieden werden können. Das gilt sowohl für den DOSB wie für mich persönlich. Wir stehen als Initiator zu diesem Projekt als Teil unserer Null-Toleranz-Politik gegen Doping. Diese Null-Toleranz Haltung nehme ich auch für mich persönlich in Anspruch."

Eben diese Null-Toleranz Politik habe seine Tätigkeit im Sport seitdem wie ein roter Faden durchzogen.

"Sei es in der Athleten-Kommission des IOC, sei es bei meiner Tätigkeit für adidas, wo ich erstmals eine Anti-Doping Klausel in Verträgen mit Athleten eingeführt und gerichtlich durchgesetzt habe, sei es später in der Juristischen Kommission des IOC als Mitautor des ersten weltweit gültigen Anti-Doping-Kodex, sei es als Vorsitzender zahlreicher IOC Anti-Doping Disziplinar-Kommissionen mit harten Strafen nicht nur gegen Athleten, sondern auch gegen Hintermänner und sogar gegen involvierte Sportorganisationen, sei es als Präsident des DOSB mit einem unmittelbar nach seiner Gründung beschlossenen Zehn-Punkte Aktionsplan gegen Doping bis hin zur Initiative der Erstellung der Studie 'Doping in Deutschland'."

Als Teil der Null-Toleranz-Politik gegen Doping habe der DOSB Klarheit über die Geschichte des Dopings auch im Westen haben wollen und deshalb die Studie initiiert. "Es gab dazu zwar wichtige Studien, wie von Singler/Treutlein und Berendonk/Franke, aber keine Gesamtdarstellung", sagte Bach.

"Es sollten Erkenntnisse über die Vergangenheit und daraus abzuleitende Verbesserungen des Kampfes gegen Doping für die Zukunft, insbesondere für Aufklärung und Prävention, gewonnen werden. Ich habe persönlich 2008 die Initiative dazu im DOSB-Präsidium ergriffen."

Weiterlesen