Generaldirektor Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hält ein Anti-Doping-Gesetz auch nach der Veröffentlichung der Studie über Doping in Westdeutschland für den falschen Weg.

"Wir sind der Auffassung, dass der Sport den dopenden Sportler selbst besser, schneller und effektiver bestrafen kann. Der Sport kann dem Athleten unmittelbar die Grundlage entziehen. Ein Gericht würde Monate oder Jahre brauchen, um ein rechtskräftiges Urteil zu fällen", sagte Vesper dem SID.

"Wir haben im Arzneimittelgesetz ein Anti-Doping-Gesetz. Diese Gesetzgebung ist 2007 und in diesem Jahr verschärft worden, damit der Staat bessere Instrumente hat, um gegen den ganzen Sumpf, in dem Doping nur gedeihen kann, vorzugehen."

Staatliche Gerichte unterlägen der Unschuldsvermutung und müssten dem Sportler sein Vergehen nachweisen.

"Im Sportrecht gilt die Schuldvermutung, insofern ist es sehr viel härter", meinte Vesper. Ein Anti-Doping-Gesetz sei keine Verschärfung, sondern zerstöre die Sportgerichtsbarkeit.

Als Reaktion auf die Ergebnisse der vieldiskutierten Doping-Studie hatten zuletzt Präsident Clemens Prokop vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) sowie Bayerns Justizministerin Beate Merk ein Anti-Doping-Gesetz gefordert.

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