Die veröffentlichten Dokumente der Studie "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" bilden die offizielle Endfassung des Abschlussberichtes über das wissenschaftliche Projekt und sind keine verkürzte Version.

Das teilte das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium (BMI) am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit.

Das BMI reagierte damit auf Medienberichte, dass weite Teile der Studie und damit auch Namen von verantwortlichen Personen unveröffentlicht geblieben wären. Nahezu gleichzeitig rief der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Verfasser der Studie auf, auch alle über die vorgelegte Fassung hinausgehenden Berichtsversionen zu veröffentlichen.

Laut BMI wäre das zur Diskussion stehende Dokument mit rund 800 Seiten Umfang aus dem März 2012, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" am vergangenen Wochenende zitierte, trotz seines Charakters als "Vorentwurf" fälschlicherweise schon "als Abschlussbericht tituliert worden".

Gleichwohl hat das BMI eigenen Angaben vom Mittwoch zufolge "veranlasst, dass der Vorsitzenden des Sport-Ausschusses des Deutschen Bundestages und den Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag zur Versachlichung der Diskussion und zur Herstellung einer möglichst vollständigen Transparenz der in den Medien diskutierte sogenannte '800-Seiten-Bericht' zur persönlichen vertraulichen Unterrichtung zugestellt wird".

Nach der Veröffentlichung des 117 Seiten umfassenden Abschlussberichtes der Studie "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) als Auftraggeber ist von vielen Seiten in Politik und Sport die Veröffentlichung mutmaßlich unveröffentlichter Teile des Abschlussberichtes gefordert worden.

Insbesondere erwarten zahlreiche Kritiker, dass mehr Namen verantwortlicher Personen genannt werden.

Das BMI rechtfertigte am Mittwoch allerdings die Straffung des "Vorentwurfes" bis zur vorgelegten Endfassung: Das BISp und auch der wissenschaftliche Beirat des Projektes hätten jenen Entwurf "wegen massiver wissenschaftsmethodischer und datenschutzrechtlicher Bedenken zurückgewiesen. Es handelte sich bestenfalls um ein stark überarbeitungsbedürftiges Zwischenprodukt, das in keiner Weise die formalen Anforderungen eines Abschlussberichts zu einem Forschungsprojekt erfüllte".

Trotz dieser Einschätzung erwartet der DOSB von den Studienautoren die Publizierung auch jenes Entwurfes.

"Offensichtlich liegt einer Zeitung ein weiterer 804 Seiten starker Bericht der Berliner Forscher vor. Als Initiator treten wir für volle Transparenz ein und fordern die Forscher auf, den Bericht der gesamten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach Angaben des BISp hat dieses eine entsprechende Freigabe zur Veröffentlichung durch die Forschergruppe am 30. Mai 2012 erteilt", schrieb der DOSB am Mittwochnachmittag nach einer Telefonkonferenz des Präsidiums mit Vertretern der Sprechergruppen im DOSB.

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