Die nach dem fünfmaligen Ruder-Weltmeister Peter-Michael Kolbe benannte "Kolbe-Spritze" ist offenbar von DDR-Mediziner Alois Marder nach Westdeutschland gebracht worden sein.

"Ich habe gehört, dass Marder sie aus der DDR mitgebracht hat", sagte Kolbe am Mittwoch.

Der 60-Jährige hatte die Spritze vor dem olympischen Finale 1976 in Montreal erhalten. Nach langer Führung brach er ein und musste den Finnen Pertti Karppinen im Schlussspurt ziehen lassen.

"Ich war kurz vor dem Ziel vollkommen fertig. Das Präparat sollte eigentlich die Übersäuerung der Muskeln verzögern. Später habe ich erfahren, dass die Übersäuerung als Nebenwirkung schlagartig einsetzt", sagte Kolbe über die nicht verbotene Spritze, die in Montreal 1200-mal an deutsche Athleten verabreicht wurde.

"In der DDR wurde das Mittel wohl nie benutzt, weil man dort die Nebenwirkungen bereits kannte", sagte Kolbe der "Bild"-Zeitung.

Kolbe betonte zudem, dass "Doping bei den Ruderern kein Thema war". Auch über Doping in anderen Sportarten in Westdeutschland habe er nie Kenntnis gehabt.

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