In Westdeutschland wurde in den 80er-Jahren ähnlich stark gedopt wie in der früheren DDR.

Dies behauptet die frühere Sprinterin Claudia Lepping, die in Hamm auch unter dem dopingverdächtigen Bundestrainer Jochen Spilker trainiert hatte.

"Doping im Spitzensport in der ehemaligen DDR und in Westdeutschland waren in den 80er-Jahren durchaus vergleichbar. Man sollte beide Systeme aber nicht gleich setzen", sagte die frühere Leichtathletin, die eine Internet-Plattform "doping alarm" betreibt, in der Sendung "hr-info" vom "Hessischen Rundfunk".

Ein staatlich angeordnetes Doping-Programm wie in der DDR habe es nicht gegeben, denn das ist im Westen nach Aussage von Lepping "nicht nötig" gewesen. Da gab es an der Basis genug Willige, die mit Aufwendung aller Phantasie versucht haben, die Leistung zu steigern."

Es habe in der alten BRD Trainer, Athleten, Forscher, sogenannte Mediziner und Sponsoren gegeben, "die zumindest eine Ahnung gehabt haben müssen. Insofern war das in dieser privatisierten Art gängiger als im Osten, wo alles staatlich vorgegeben war."

Die Ex-Sprinterin wurde selbst mit dem Thema Doping konfrontiert. "Ich habe das bei meinem Wechsel zum SC Eintracht Hamm gar nicht übersehen können.

Da lagen die Medikamente in Kulturbeuteln, im Badezimmer oder im Trainingslager."

Für die Leistungssportlerin selbst sei Doping aber nicht in Frage gekommen, das habe sie ihren Trainern von Anfang an gesagt:

"Ich erinnere mich, wie ich 1986 bei der EM in Stuttgart fast täglich zur Doping-Kontrolle musste. Ich hab immer gedacht, das müssen alle. Bis ich dahinter gekommen bin, ich bin immer geschickt worden, weil alle wussten, die nimmt nichts."

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