Der Sporthistoriker Giselher Spitzer hat die Ankündigung des Bundesinnenministeriums (BMI) von einer raschen Veröffentlichung der von ihm mit verfassten Studie zum systematischen Doping in Westdeutschland begrüßt.

"Ich freue mich, dass das BMI unsere Rechtsauffassung übernommen hat. Ich fordere, dass der Abschlussbericht so schnell wie möglich veröffentlich wird. Das kann innerhalb von Tagen der Fall sein", sagte Spitzer dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Unter der Federführung von Spitzers Team der Berliner Humboldt-Universität war der 400 Buchseiten umfassende Abschlussbericht erstellt worden. Nachdem alle datenrechtlichen Bedenken ausgeräumt wurden, kann es zur Veröffentlichung kommen.

"Die Ergebnisse müssen wie geplant und wie vom Deutschen Olympischen Sportbund initiiert veröffentlicht werden. Auch wenn es unbequem ist", sagte der Wissenschaftler, der am Wochenende noch keinen Kontakt zum BMI hatte.

Allerdings ist wohl nicht damit zu rechnen, dass es nach Erscheinen der Studie zum großen Köpfe-Rollen im deutschen Sport kommt. Die in der Studie auftretenden Personen sind weitgehend anonym gehalten.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Wochenende mit Verweis auf die Studie über neue Anzeichen für organisiertes Doping und entsprechende Rückendeckung durch den Staat in Westdeutschland berichtet.

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