Das Bundesinnenministerium hat angekündigt, die Studien zur Doping-Praxis in der Bundesrepublik zeitnah zu publizieren.

"Nachdem nun die datenschutzrechtlichen Bedenken ausgeräumt sind, wird das Bundesinnenministerium gegenüber dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft darauf hinwirken, dass der Bericht möglichst bald veröffentlicht und damit einer umfassenden fachsportlichen und politischen Diskussion und Bewertung zugänglich ist", teilte ein Sprecher des BMI auf SID-Anfrage am Sonntag mit.

Gleichzeitig wehrt sich das Innenministerium damit gegen Vorwürfe aus der Opposition, die Ergebnisse der Studie sollten verschwiegen werden.

"Mein Eindruck ist, Innenminister Friedrich will die unrühmliche Rolle des Innenministeriums bei der Förderung des Dopings vertuschen", hatte Thomas Oppermann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, gesagt.

Zuvor hatte sich der ehemalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher bereits gegen Vorwürfe gewehrt, dass Politiker vor den Olympischen Spielen 1972 in München Druck auf Sportmediziner ausgeübt hätten und damit am systematischen Doping in der BRD beteiligt gewesen seien.

"Ich wüsste nicht, wer einen solchen Druck ausgeübt haben sollte. Ich halte das für völlig ausgeschlossen", sagte der FDP-Politiker der Bild am Sonntag.

"Ich will wissen, was da dran ist. Innenminister Friedrich muss die Studie endlich freigeben. Doping ist kein Kavaliersdelikt, sondern zerstört die Grundwerte des Sports", hatte SPD-Politiker Oppermann kritisiert.

Der sportpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Martin Gerster, kündigte die Prüfung von Möglichkeiten für die Einberufung einer Sondersitzung des Bundestags-Sportausschusses an.

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