Viola von Cramon, Sportpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, fordert nach den neuen Enthüllungen über staatlich finanzierte Dopingforschung in Westdeutschland "vorbehaltlose Aufklärung".

"Mit Systemvergleich und Kaltem Krieg hat das lange nichts mehr zu tun, immerhin schweigen sich Bundesinnenminister und deutscher Sport heute noch immer aus über den Umgang mit der Aufarbeitung", sagte von Cramon.

Sie verlange "von der Bundesregierung vorbehaltlose Aufklärung über den Umgang mit den Akten über die Zusammenarbeit zwischen BISp (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, d. Red.) und der Freiburger Sportmedizin", sagte von Cramon.

Sie verlangt außerdem eine umfassende Kontrolle von Vergabe und Handhabung der umstrittenen Dopingstudie, die Ursprung der Diskussion ist: "Wer wusste wann von dem Forschungsprojekt 'Doping in Westdeutschland von 1950 bis heute' und wann wurden Akten vernichtet, die den relevanten Zeitraum betreffen?"

Vor wenigen Tagen hatten Journalisten im Bundesarchiv in Koblenz ein Dokument (VF 1220/13/72) entdeckt, das staatlich geförderte Dopingforschungen in der BRD nachweist und damit die Studienergebnisse erhärtet.

Demnach gab es Anfang der 1970er Jahre an der Universität Freiburg durch Steuergelder finanzierte Forschungen zum leistungsfördernden Einsatz von Anabolika, Insulin und Wachstumshormonen.

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