Nach den erschreckenden Ergebnissen einer Studie über die Zustände im deutschen Spitzensport haben der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Stiftung Deutsche Sporthilfe zu einer größeren Unterstützung des Anti-Doping-Kampfes in Deutschland aufgerufen.

"Die Sorge ist berechtigt, aber deshalb kann man ja jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen und das Kontrollsystem abschaffen. Im Gegenteil, die Nada muss strukturell und finanziell noch besser unterstützt werden", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper.

Vesper machte klar, dass die 5,9 Prozent aller Sportler, die laut Studie zu Dopingmitteln greifen würden, eine "beunruhigende Zahl" darstellten. Allerdings entspreche dieser Wert bei weitem auch nicht der landläufigen Meinung, wonach bis zu 50 oder gar 60 Prozent aller Athleten in Deutschland gedopt seien.

Die Studie der Deutschen Sporthilfe hatte erschreckende Zahlen geliefert. Aus einer anonymen Umfrage unter 1154 deutschen Spitzenathleten geht hervor, dass psychische Probleme, Dopingmissbrauch und Manipulationsversuche einen festen Platz im deutschen Sport haben.

11,4 Prozent der Athleten gaben an, unter Burn-out zu leiden. Nur 46,1 Prozent beantworteten die Frage, ob sie unter der Krankheit leiden würden, mit "ehrlich nein".

8,7 Prozent erklärten, schon an Absprachen über den Spiel- oder Wettkampfausgang beteiligt gewesen zu sein. 5,9 Prozent der Sportler gaben an, regelmäßig Dopingmittel einzunehmen.

"Die Studie zeigt, dass der Sport ein Querschnitt der Gesellschaft ist. Spitzensportler haben mit Fehlern, Problemen und Nöten zu kämpfen, wie dies auch der Durchschnitt der Bevölkerung tut", betonte Vesper: "Psychische Probleme, Ess-Störungen oder Burn-Out - das sind Krankheiten, die in unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahren einen breiten Raum eingenommen haben."

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