Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg will trotz des internen Streits an der Doping-Aufklärung an der Uni Freiburg festhalten und hat die Konfliktparteien zu einer Einigung aufgefordert. Das Ministerium sei nach wie vor "an einer größtmöglichen und weitestgehenden Aufklärung der Dopingvorgänge interessiert", teilte das Ministerium mit.

"Wir gehen davon aus, dass es hierzu eine konstruktive Verständigung zwischen der Universität Freiburg und der von Frau Prof. Paoli geleiteten Kommission kommen wird", hieß es in der Stellungnahme weiter.

Am Mittwoch hatte die 2007 eingesetzte Untersuchungskommission um die Vorsitzende Letizia Paoli schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Freiburger Rektors Wolfgang Jäger erhoben.

Die belgische Mafia-Expertin und die sieben übrigen Gutachter hatten Jäger in einem 87-seitigen Bericht vorgeworfen, die Aufarbeitung der Geschichte der Freiburger Sportmedizin systematisch behindert zu haben.

Dazu zählt auch die Aufarbeitung des Skandals um das ehemalige Radsportteam Deutsche Telekom/T-Mobile.

Zudem habe Jäger "Des- und Falschinformation" betrieben. Erst in der vergangenen Woche hatte Paoli erklärt, auch die Uni Freiburg habe ihre Arbeit behindert.

Sowohl Jäger als auch der amtierende Rektor Hans-Jochen Schiewer haben die Vorwürfe zurückgewiesen. "Der Vorwurf der 'Manipulation' des Arbeitsauftrages entbehrt jeder Grundlage", hieß es in einer Pressemitteilung der Uni Freiburg.

Zudem sei Schiewer tief bestürzt, dass eine wissenschaftliche Untersuchungskommission in dieser Weise an die Öffentlichkeit gehe.

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