Im Streit um die Aufklärung der Doping-Affäre an der Universität Freiburg werden schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Rektor erhoben. Wolfgang Jäger soll die Aufarbeitung des Skandals systematisch behindert haben. Dies kritisiert die Untersuchungskommission um die Vorsitzende Letizia Paoli.

Die Kriminologin der Universität Leuwen in Belgien und die sieben übrigen Miglieder der Gutachterkommission werfen Jäger in einem 87-seitigen Dokument "Des- und Falschinformation" vor. Dies habe "folgenreiche und ausgesprochen nachteilige Konsequenzen für die Untersuchungs- und Aufklärungsarbeit der Kommission" gehabt.

Jäger soll den Untersuchungsrahmen eingegrenzt haben. Er habe "nur einen von ihm persönlich exklusiv auf die Abteilung Sportmedizin verengten Arbeitsauftrag definiert". Außerdem sei der Kommission niemals der offizielle Arbeitsauftrag mitgeteilt worden.

Der Altrektor widerspricht den Vorwürfen. Die Kommission sei "ausdrücklich keinerlei zeitlichen oder personellen Limitierungen unterworfen" gewesen, schrieb Jäger der "Badischen Zeitung" und unterstrich: "Ich bin bis heute für eine rückhaltlose Aufklärung."

Erst in der vergangenen Woche hatte Paoli der Uni Freiburg vorgeworfen, ihre Arbeit zu behindern. Die Mafia-Expertin wehrte sich gegen den Vorwurf des Klinik-Chefs Rüdiger Siewert, sie habe zwar schon viel Geld kassiert, aber noch immer kein Arbeitsergebnis vorgelegt. Paoli sprach von "sehr ernsten Vertrauenskrisen der Kommission in den Aufklärungswillen des Auftraggebers".

Den Auftrag zur Untersuchung hatte im Jahr 2007 die Universität erteilt.

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