Der zurückgetretene Judo-Olympiasieger Ole Bischof hat die mangelnde Leistungs-Orientierung in der deutschen Gesellschaft kritisiert.

"Was ich häufig bemängele, ist, dass der Leistungsgedanke nicht mehr im Vordergrund steht. Ich finde, in Deutschland sollten wir eine Gesellschaft haben, die sich an den Besten orientiert", sagte Bischof der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Mittelmaß ist eben nur Mittelmaß, und dann ist man ganz schnell im Abstiegskampf."

Der 33 Jahre alte Reutlinger fordert, Sporthilfe und sonstige Unterstützung für Sportler stark an deren Leistung zu koppeln: "Wenn man den Sport als Ganzes anguckt, sollte man sehen, dass möglichst wenig Verlust an den Seiten entsteht. Ich halte nichts davon, alle abzusichern, was immer sie auch machen wollen. Bei der Sporthilfe steht ganz klar der Leistungsgedanke im Vordergrund."

Bischof, der 2008 in Peking Olympia-Gold geholt hatte, war nach seiner Silbermedaille bei den Spielen in London 2012 zurückgetreten. Der studierte Volkswirt ist mittlerweile bei der Beraterfirma PriceWaterhouseCoopers, die gerade ihre Partnerschaft mit der Deutschen Sporthilfe bis 2016 verlängert hat, eingestiegen.

"Ich wollte einen klaren Cut machen, und ich denke, es war der perfekte Zeitpunkt, um ins Berufsleben zu wechseln", sagte Bischof der "FAZ".

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