Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erwägt vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS die Klärung der Frage, ob die bei rund 30 Athleten am Olympiastützpunkt in Erfurt vorgenommene UV-Blutbestrahlung vor 2011 schon verboten war.

"Ich möchte noch den Rat der Anwälte hören. Ich denke, in ein bis zwei Wochen sollten wir Bescheid wissen", sagte WADA-Präsident John Fahey im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Der Australier positionierte sich damit gegen das Deutsche Sportschiedsgericht (DIS). Dieses hatte im Einzelrichter-Verfahren einen deutschen Radsportler im September freigesprochen, der vor 2011 die Blutbehandlung beim Erfurter Sportarzt Andreas Franke hatte durchführen lassen.

Dabei wurde entschieden, dass die Methode nach den WADA-Regeln vor 2011 nicht verboten gewesen sei. Die Regelformulierung, so wurde der Schiedsspruch interpretiert, sei für den Sportler nicht ausreichend erkennbar und zu schwammig gewesen.

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hatte danach erklärt, es herrsche mit dem DIS-Schiedsspruch "Rechtsklarheit" für das weitere Vorgehen.

Zugleich übte Fahey Kritik an der Unterstützung der Bundesregierung im Anti-Doping-Kampf.

Der WADA-Chef meinte vor der Feier zum zehnjährigen Bestehen der NADA am Mittwoch in Bonn: "Die Bundesregierung stellt nicht das Geld zur Verfügung, das die meisten Regierungen anderer Länder Europas ihren jeweiligen Anti-Doping-Organisationen geben. Ich denke, die NADA könnte viel effektiver sein, wenn sie deutlich mehr Unterstützung bekommen würde, als das jetzt der Fall ist."

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