Nach dem Dopingfall Lance Armstrong hat die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) eine Erhöhung ihrer finanziellen Mittel gefordert. Dies sei notwendig, um die immer ausgeklügelteren Betrügereien in den Griff zu bekommen.

"Mit 20 bis 24 Millionen Euro im Jahr ist das WADA-Budget geringer als das Einkommen mancher Fußball-Profis. Besonders die Armstrong-Affäre hat gezeigt, dass wir es mehr und mehr mit einem hochentwickelten Prozess, einer Verschwörung zu tun haben", sagte WADA-Generaldirektor David Howman am Montag in Paris.

Die WADA sei nicht in der Position, diese Art der raffinierten Machenschaften zu bekämpfen.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, sprach sich ebenfalls für Hilfen für die WADA aus und forderte die Verbände zu einer stärkeren Einbindung der Justiz auf.

"Der Kampf gegen Doping ist zu groß für eine einzelne Organisation", sagte der 70-Jährige. Der Sport müsse verstärkt die Hilfe von Vollzugsbehörden in Anspruch nehmen.

WADA-Präsident John Fahey bewertete die Aufdeckung des Armstrong-Skandals derweil nur als Teilerfolg. "Sind wir dabei, den Kampf zu gewinnen? Die Antwort ist nein. Ich denke, der Armstrong-Fall zeigt, dass es unter der Oberfläche brodelt und es weiter Probleme gibt, die jederzeit an die Oberfläche gelangen können", sagte Fahey.

Der Radsport-Weltverband UCI hatte Armstrong wegen systematischen Dopings unter anderem seine sieben Siege bei der Frankreich-Rundfahrt zwischen 1999 und 2005 aberkannt und ihn lebenslang gesperrt.

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