Die bereits im Vorfeld heftig kritisierte Studie zur deutschen Doping-Geschichte ist meilenweit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Auch die Präsentation des letzten Teils der Ergebnisse für die Zeit nach der Wiedervereinigung wurde erneut von Schuldzuweisungen der Akteure überschattet. Unter dem Strich steht nun ein 500.000 Euro teures Debakel.

Einen gesamten Abschlussbericht der 2009 an Münsteraner und Berliner Forscher vergebenen Studie "Doping in Deutschland" gibt es bislang nicht, da am 31. März 2012 die Projektgruppe aus der Hauptstadt wegen Geldmangels ihre Arbeit eingestellt hatte. Deshalb präsentierte in Berlin am Dienstag nur die Gruppe aus Münster ihre Ergebnisse.

"Diese sind nur ein Teilaspekt. Es fehlt für die 90er und 00er Jahre der andere Teil der Aufgabe, ohne den man es auch eigentlich nicht einordnen kann", sagte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Wer uns unterstellt, wir sind froh darüber, dass die Berliner Forscher ihre Arbeit nicht beendet haben, ist schief gewickelt. Im Gegenteil. Wir bedauern das."

Die Berliner Forschergruppe will ihre Erkenntnisse am Donnerstag im Rahmen eines Symposiums in Frankfurt/Oder vorstellen. Doch auf der Strecke blieb am Dienstag in Berlin beim Thema Doping wieder einmal die Aufklärung. Denn das, was die Münsteraner Forscher an Ergebnissen für den Zeitraum seit der Wiedervereinigung präsentierten, waren zumeist nicht mehr als Medienanalysen.

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