Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke sorgt erneut für Aufsehen.

Wie er vor dem Abschlussbericht der Dopingstudie des deutschen Sports durch Münsteraner Forscher am Dienstag in Berlin behauptete, sollen deutsche Sportler 1988 in Seoul das gleiche Dopingmittel genommen haben wie der damals als 100-m-Olympiasieger disqualifizierte kanadische Weltrekordler Ben Johnson.

Franke nannte die Studie eine "zensierte Auftragsarbeit" und behauptet: "In der Studie steht kein Halbsatz, der nicht durch das Bundesinnenministerium zensiert ist." Es solle "nicht zu viel bekannt werden, und so werden alle belogen."

Es solle zum Beispiel nicht herauskommen, dass viele deutsche Olympiastarter 1988 "denselben Stoff drin hatten wie damals Ben Johnson: das anabole Steroid Stromba (Stanozolol). Das sind alles so scheinheilige, widerwärtige deutsche Aktivititäten", so Franke.

Vorwürfe einer zweiten Studie zur deutschen Dopinggeschiche, die Berliner Forscher am Donnerstag in Frankfurt/Oder veröffentlichen wollen, bezeichnet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als falsch. Sie gipfelt in harten Attacken gegen DOSB und den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Nachdem gegen den DFB bei der Veröffentlichung einer ersten Studie im vergangenen Jahr der Verdacht geäußert worden war, drei deutsche Nationalspieler hätten bei der WM 1966 in England mit dem verbotenen Mittel Ephedrin gedopt, soll der Verband ein eigenes Gutachten durch Sportrechtsprofessor Martin Nolte erstellt und vom Berliner Wissenschaftler verlangt haben, in Zukunft nicht mehr von Doping zu reden.

Das Ergebnis lautete, dass kein Doping vorliege. Ob Druck auf Wissenschaftler ausgeübt worden sei, wolle man nicht kommentieren, sagte ein DFB-Sprecher.

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