Die in Erfurt praktizierte UV-Behandlung von Blut stellt vor dem 1. Januar 2011 keinen Dopingverstoß dar.

Das Verfahren zwischen der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und einem Radsportler vor dem Deutschen Sportschiedsgericht (DIS) endete am Freitag mit einem Freispruch für den Athleten. Dies teilte die NADA am Abend mit.

Der Schiedsrichter, Rechtsanwalt Dr. Stephan Wilske, kam zu dem Ergebnis, dass die UV-Behandlung von Blut, wie vom Mediziner Andreas Franke am Olympiastützpunkt Erfurt über Jahre praktiziert, vor dem 1. Januar 2011 nicht von der Regel M1 der Verbotsliste erfasst sei.

Damit fehle es an einem objektiven Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen. Franke war vorgeworfen worden, 30 Sportlern Blut entnommen und mit UV-Licht behandelt und anschließend dem Körper der Sportler zu Dopingzwecken zugeführt zu haben.

"In diesem richtungsweisenden Fall haben wir jetzt Klarheit über die Rechtslage vor 2011 und richten daran nun unser weiteres Vorgehen aus", sagte NADA-Chefjustiziar Dr. Lars Mortsiefer zum Schiedsspruch.

Sowohl die NADA als auch die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) haben die Möglichkeit, gegen die Entscheidung Rechtsmittel beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einzulegen.

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