Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA will im Fall Erfurt sämtliche Urteile überprüfen, die durch das Deutsche Sportschiedsgericht (DIS) getroffen worden sind.

Sollte die WADA zu neuen Erkenntnissen und Ergebnissen kommen, werde man auch der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne einschalten. Das erklärte WADA-Generaldirektor David Howman im "Deutschland-Funk".

"Hier haben wir ja die besondere Situation, dass auch die Fälle der Sportler, in denen es um den Gebrauch der verbotenen Methode durch Sportler vor 2011 geht, noch abgeschlossen werden müssen. Sobald das der Fall ist, werden wir schauen, ob die Fälle den Regeln entsprechend in Deutschland behandelt wurden", sagte Howman in Stockholm.

Sollte sich ein Einspruch beim CAS lohnen, werde man auch diesen Schritt in Betracht ziehen.

Zuletzt wurde Anfang September in der Affäre um die Bestrahlung von Athletenblut am Olympiastützpunkt Erfurt das Verfahren zwischen der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und Radsportler Jakob Steigmiller durch die DIS beendet.

Demnach habe zwar ein objektiver Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen vorgelegen, allerdings sei im konkreten Fall kein Verschulden des Athleten zu erkennen. Bereits im Juni war im Fall der Eisschnellläuferin Judith Hesse so entschieden worden.

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