Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erhält weiter Kritik an seinem Förderkonzept und dem Festhalten an umstrittenen Zielvereinbarungen.

Nachdem der Sportsoziologe Helmut Digel dem DOSB vorgeworfen hatte, bei ihm gebe es zu viel Bürokratie und zu wenig Sachkompetenz, erklärte Dagmar Freitag (SPD) als Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag in der "Welt":

"Ich meine, der DOSB täte gut daran, auch externen Sachverstand einzubeziehen. Einige renommierte Experten haben sich ja bereits öffentlich geäußert. Die Frage ist: Will man solche kritischen Geister auch anhören? Oder will man sich auf die Schulter klopfen und sagen: "Ist doch eigentlich ganz gut gelaufen'?

"In seiner nächsten Sitzung am 26. September will sich der Bundestagssportausschuss mit dem Thema Sportförderung/Zielvereinbarungen befassen.

"Eine interessante Frage wird sein, ob das BMI und der DOSB auch im kommenden Olympiazyklus wieder ein solches Staatsgeheimnis über die Inhalte der Zielvereinbarungen machen wollen - oder ob sie die klare Botschaft des Urteils des Verwaltungsgerichts Berlin für die Zukunft akzeptieren", merkte die Ausschussvorsitzende Freitag an.

Wolfgang Maennig, Wirtschaftsprofessor und 1988 Ruder-Olympiasieger, bemängelt, dass im derzeitigen System Nichtleistung belohnt werde.

Maennig in der "Welt": "Es müsste nachgedacht werden über eine Grundförderung für die olympischen Verbände und eine deutlicher leistungsbezogene Förderung. Fehlentscheidungen werden auf dem Rücken der Athleten ausgetragen. Langfristig haben die Athleten aber nichts davon, wenn immer wieder schlechte Planung belohnt wird durch gleich hohe Zuschüsse."

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