Warnung an die Athleten: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) rät Sportlern davon ab, sich von dem Erfurter Mediziner Andreas Franke behandeln zu lassen, der am Olympiastützpunkt Thüringen im Zentrum einer spektakulären Doping-Affäre stand.

Nach seiner Sitzung am Dienstag empfahl das DOSB-Präsidium dem Erfurter Olympiastützpunkt, den dort am 15. April 2011 suspendierten Mediziner nicht vor Jahresende 2020 erneut zu beschäftigen, der DOSB will Franke bis dahin auch nicht für eine Olympiamannschaft einsetzen.

Zudem empfahl das Präsidium seinen Mitgliedsverbänden, während dieser Zeit mit Franke nicht zusammenzuarbeiten.

In Präventionsveranstaltungen sollen Athleten darauf hingewiesen werden, dass Franke eine nach dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zumindest ab 2011 verbotene Methode angewendet hat.

Über diese sei im November 2010 bei der DOSB-Tagung "Sportmedizin und Spitzensport" eingehend informiert worden, seine Teilnahme habe Franke damals per Unterschrift bestätigt.

Ein Verfahren gegen Diplom-Mediziner Andreas Franke war im Juli dieses Jahres aus Mangel an Beweisen von der Staatsanwaltschaft Erfurt eingestellt worden.

Zwar handelte es sich seit dem 1. Januar 2011 auch nach Auffassung der Staatsanwaltschaft um einen objektiven Verstoß gegen den WADA-Code und damit um eine verbotene Methode. Die Ermittlungsbehörde hatte allerdings keinen Nachweis für den zielgerichteten Einsatz zu Dopingzwecken gefunden.

Der DOSB wirft Franke vor, er habe ihm und dem Olympiastützpunkt schweren Schaden zugefügt.

Durch sein Handeln habe er riskiert, dass Sportler/innen durch die Anwendung einer verbotenen Methode sanktioniert werden, und deren sportlichen Karrieren grob fahrlässig, wenn nicht vorsätzlich, gefährdet: "Im Rahmen der bewährten Arbeitsteilung zwischen Staat und Sport gilt es nun, Herrn Franke mit den dem Sport gegebenen Instrumenten zu sanktionieren und insbesondere davon abzuhalten, weitere Sportler/innen mit verbotenen Methoden zu behandeln."

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