Mit ihrem dritten Offenen Brief haben sich deutsche Doping-Gegner erneut an die Politik, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und die Stiftung Deutsche Sporthilfe gewandt.

"Es reicht", heißt es zu Beginn des Textes, "seit Jahrzehnten beißen konsequente Doping-Gegner bei Sportorganisationen und nationalen Regierungen auf Granit. Weil es dort um den nationalen Erfolg im internationalen Kräftemessen geht, gilt unausweichlich: Das System duldet Doping, aber keinen Dopingfall. Wir wiederum dulden das nicht mehr", teilte die Initiative mit, zu der unter anderem Dopingopfer und -fahnder gehören.

Man wolle dem Eindruck, dass sich die Sportverbände aus Ost- und Westdeutschland zusammengefunden haben, auch um das Dopingsystem zu perfektionieren, mit vereinten Kräften entgegentreten. "Wir fordern von Politik und Sport ein konsequentes und glaubwürdiges Eintreten für einen sauberen Sport", heißt es weiter.

Adressiert wurde der Brief unter anderem an Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, an die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen und die Mitglieder des Bundestagssportausschusses sowie an DOSB-Präsident Thomas Bach.

Die Doping-Gegner halten insbesondere den "sogenannten Antidopingkampf" von Sportverbänden und Politik für unzureichend. "Wenn WADA und NADA wie im Fall Erfurt das eigene Antidoping-Regelwerk nicht anwenden, dann bleibt die Entscheidung über den Dopingfall bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Wir verweisen auf unseren Ersten Offenen Brief vom 27. März 2012", schreibt die Initiative.

Diese fordert "im 25. Jahr nach dem Drogentod der Siebenkämpferin Birgit Dressel und erst recht nach den jüngsten Todesfällen im Spitzensport im Jahr der Fußball-EM und der Olympischen Spiele eine Diskussion über die Ursachen der exorbitant hohen Todesrate im Spitzensport. Jedes Talent und jeder Spitzensportler muss wissen, worauf sie sich einlassen."

Man erwarte im Namen der Sportler eine gesellschaftspolitische Antwort auf die Frage, um welchen Preis Athleten Erfolge für Deutschland erbringen sollen. Zudem verlangen die Dopinggegner "erneut die Überprüfung der Einhaltung von Ehrenerklärungen deutscher Trainer".

Weiterlesen