Sergej Bubka wurde 1988 in Seoul Olympiasieger © getty

Stab-Legende Sergej Bubka wird 50 und feiert auch als Geschäftsmann Erfolge. Dem Funktionär droht aber eine zweite Schlappe.

München - In politisch turbulenten Tagen hält sich Sergej Bubka zurück.

Während sein "Vize" Wladimir Klitschko an vorderster Front für die ukrainische Opposition kämpft, tritt der politisch im anderen Lager stehende Chef des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine öffentlich nicht auf.

Bubka, der vier Jahre für die Partei des umstrittenen Präsidenten Wiktor Janukowitsch im Parlament des Landes saß und dessen Sportberater war, kümmert sich lieber um Geschäfte.

Sie haben dem Mann, der 13 Jahre nach dem Ende einer grandiosen Stabhochsprung-Karriere noch immer Weltrekordler ist und am Mittwoch 50 Jahre alt wird, geschätzte 350 Millionen Euro eingebracht.

IOC-Bewerbung scheitert

Im September war Bubka kläglich an Thomas Bach gescheitert mit seinem kühnen Plan, den Belgier Jacques Rogge als Präsident des IOC abzulösen.

Und 2015 steht dem Vizepräsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF wohl der Brite Sebastian Coe vor der Nase, wenn dort der Chefsessel neu besetzt wird.

Auch die politische Karriere des Mannes, der Sympathien für Russlands Präsident Waldimir Putin hat, geriet ins Stocken.

Dafür laufen die Geschäfte des einstigen Banken-Chefs mit Großbäckereien ähnlich gut, wie früher die Produktion von Weltrekorden lief.

Beeindruckende Rekorde

Nicht weniger als 35 davon hat Sergej Nasarowitsch Bubka seit 1984 in der Halle (18) und im Freien (17) aufgestellt, die Bestmarken von jeweils 5,80 m binnen zehn Jahren auf 6,15 m (Halle) und 6,14 m (Freiluft) gesteigert. Bis heute kam kein anderer über 6, 06 m hinaus.

Ähnlich imposant ist die Serie seiner sechs WM-Titel nacheinander von 1983 bis 1997.

Auch das hat kein anderer Leichtathlet in irgendeiner Disziplin auch nur annnähernd erreicht.

Erster 6-Meter-Springer

1983 ging bei der WM-Premiere in Helsinki der Stern des zu Zeiten der UdSSR als "Sowjet-Sputnik" bezeichneten Mannes aus Woroschilograd auf.

Beim Sieg des damals 19-Jährigen, den zuvor nur Experten kannten, glaubte niemand, dass er schon zwei Jahre später als erster Stabhochspringer (13. Juni 1985 Paris) den historischen 6-m-Sprung schaffen würde.

Eine Höhe, die bisher 18 Springer in der Welt schafften, darunter die Deutschen Tim Lobinger, Danny Ecker und Björn Otto.

Pech mit Olympia

Dabei blieb der spätere Doktor der Pädagogik und Sportwissenschaftler auch nicht von Abstürzen verschont.

Sechs WM-Titeln stand am Ende nur ein Olympiasieg gegenüber (1988): 1984 war er "Boykottopfer" in Los Angeles, 1992 scheiterte Bubka überraschend an seiner normalen Anfangshöhe von 5,70 m, und 1996 blieb er verletzt auf der Strecke.

Auch Europameister (1986 Stuttgart) wurde er nur einmal, holte dafür vier Titel bei der Hallen-WM und einen bei der Hallen-EM.

Bubka-Sohn schwer verunglückt

Einen Absturz ganz anderer Art hat sein gleichnamiger Sohn hinter sich: Bubka junior fiel im Herbst 2012 aus dem dritten Stock einer Pariser Wohnung, nachdem er sich angeblich versehentlich im Bad eingesperrt hatte und durch eine Kletteraktion befreien wollte.

Nach neunstündiger Operation lernte er wieder Laufen, doch die Karriere als Tennis-Profi scheint beendet.

Weiterlesen