Christina Obergföll überholte unter anderem Raphael Holzdeppe und Eric Frenzel © getty

Die Speerwerferin erlebt ein Traumjahr, das nach WM-Titel und Hochzeit nun mit der Wahl zum "Champion des Jahres" gekrönt wird.

Ugento - Ihre weit aufgerissenen Augen funkelten in der Nacht von Süditalien.

Dann sprudelte es heraus, das ganze Glück der Christina Obergföll: "Mega stolz", "riesige Ehre" - "einfach Freude pur!"

Die Grande Dame des Speerwurfs erlebt ein Traumjahr, das nach dem WM-Titel und der Hochzeit nun mit der Wahl zum "Champion des Jahres" gekrönt wurde.

Zum Genießen geht's zunächst einmal mit ihrem Ehemann Boris ins neue Haus, dann will sie ihre großartige Karriere bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio vergolden. Als Antrieb: Baby-Power.

"Eine riesige Ehre"

"Ich bin mega stolz, es ist eine riesige Ehre, in dieser außergewöhnlichen Liga zu sein", sagte Obergföll nach ihrem Triumph (News).

Von 67 Athleten, die Medaillen bei ihren diesjährigen Saisonhighlights in olympischen Disziplinen gewonnen hatten, sowie elf ehemaligen "Champions" hatte die 32-Jährige in der Endabstimmung in Ugento/Italien die meisten Stimmen erhalten.

Ihre Konkurrenten waren keine Geringeren als die Weltmeister Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung), Eric Frenzel (Nordische Kombination), Sascha Klein, Patrick Hausding (Synchron-Wasserspringen) sowie die zweimalige Vizeweltmeisterin Verena Hantl (Kajak).

Wichtiger als Journalisten-Titel

Der prestigeträchtige Athletentitel, der zum 14. Mal verliehen worden war, sei der Offenburgerin sogar noch wichtiger als eine mögliche Auszeichnung zum "Sportler des Jahres", die von Journalisten vergeben wird.

"Ja, das kann man schon so sagen", sagte sie und erklärte: "Es ist so extrem hoch einzuschätzen, weil die wählenden Sportler sehr gut einschätzen können, was man über die Jahre so gemacht hat."

Ihr Trainer und Mann Boris Obergföll (ehemals Henry), den sie vor drei Wochen geheiratet hatte, ergänzte, dass der Erfolg seiner Frau auch "etwas ganz Besonders" für ihn sei, "eine Ehre": "Ich habe ein wenig mit ihr mitgewonnen."

Als Mama voller Power

Jetzt fehlt nur noch ein Baby zum ganz großen Glück. Den angepeilten Coup bei Olympia 2016 würde das Kind keineswegs erschweren, ganz im Gegenteil.

"Fast alle mir bekannten Frauen, die ein Kind eingestreut haben, waren danach eher stärker als zuvor - aufgrund des Hormonschubs", sagte Boris Obergföll, ein ehemaliger Weltklasse-Speerwerfer und aktueller Herren-Bundestrainer.

Seine Frau beschreibt genauer: "Die Damen sagen, dass man nach der Geburt eines Kindes nicht mehr so viel trainieren muss, weil man voller Power ist."

Traum vom Triumph in Rio

Außerdem, ergänzt sie, sei man auch "im Kopf lockerer und sagt sich: Okay, wenn's klappt - schön, wenn nicht, hat man halt eine Familie."

Mit Baby-Power noch einmal zum großen Triumph in Rio de Janeiro, das wär's. "Ich habe in Peking Bronze gewonnen, in London Silber, da bleibt also nur noch eines für Rio."

Und dann, "wenn alles perfekt läuft", wäre es "der perfekte Zeitpunkt, um aufzuhören."

Kaum Zeit zum Feiern

Der einzige kleine Wermutstropfen am Mittwochabend war die kaum verbliebene Zeit zum Feiern, da es für die Obergfölls noch früh in der Nacht nach München ging.

Doch die Party wird nachgeholt, spätestens 2014: "Es ist so cool, dass man jetzt jedes Jahr mitfahren darf."

Auch das macht den Triumph für sie so besonders. Er sei "etwas Nachhaltiges" und gelte nicht "nur für den Moment". Noch etwas also im Leben der Christina Obergföll, das bleibt.

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