Matyas Szabo (l.) hat einen Kreuzbandriss erlitten
Matyas Szabo (l.) gewann drei Deutsche Meisterschaften mit dem Säbel © imago

In den Teamwettbewerben der WM verpassen die Deutschen die Medaillen. Den Florettfechterinnen fehlt eine Sekunde.

Budapest - Den Florettfechterinnen fehlten nur Augenblicke, den Säbelherren zwei Treffer:

Bei der WM in Budapest sind die deutschen Athleten zum Auftakt der Mannschaftswettbewerbe erneut knapp vor ihren Zielen gescheitert und haben die Bilanz von einmal Silber und einmal Bronze nicht weiter aufpolieren können.

"Es zieht sich durch die WM, dass wir die engen Gefechte alle verlieren", sagte Sportdirektor Sven Ressel.

Gut, aber nicht gut genug

Das deutsche Säbelquartett mit Ex-Weltmeister Nicolas Limbach, Max Hartung, Benedikt Wagner und Matyas Szabo verlor trotz guter Leistung im Viertelfinale 43:45 gegen den favorisierten Titelverteidiger Russland und kam am Ende auf Platz

fünf.

Dagegen mussten die Florettfechterinnen mit Vize-Weltmeisterin Carolin Golubytskyi nach dem 39:40 im "sudden death" gegen ein "B-Team" aus China bereits nach dem ersten Gefecht als Verlierer von der Planche.

Eine Sekunde vor Ablauf der regulären Zeit führten die Deutschen noch 39:38.

Enge Gefechte gehen weg

"Wir haben bereits in den Einzelwettbewerben dreimal eine Medaille um nur einen Treffer verpasst. Und jetzt wieder zwei enge Gefechte verloren", betonte Ressel, dessen Ursachenforschung allerdings noch keine greifbaren Ergebnisse hervorbrachte: "Vielleicht ist es gerade Schicksal."

Im Einzel hatten Hartung, Sebastian Bachmann (Florett) und Falk Spautz (Degen) ihre Gefechte um den Einzug ins Halbfinale jeweils 14:15 verloren.

Ziel früh erfüllt

Insgesamt, so Ressel, sei es aber trotzdem ein positiver WM-Auftritt des deutschen Teams. Bereits nach den Einzelwettbewerben war das vorgegebene Ziel des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) von zwei Medaillen erfüllt. Golubytskyi gewann Silber im Einzel, Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann (Leverkusen) holte Bronze.

Am Samstag waren die Säbelfechter eigentlich auch schon auf dem besten Weg zur lang ersehnten Teammedaille. 42:40 hatte das deutsche Quartett von Bundestrainer Vilmos Szabo gegen die Russen geführt, doch es reichte nicht.

Warten auf den platzenden Knoten

Das Warten der jungen und ambitionierten Mannschaft auf ihr erstes gemeinsames WM-Edelmetall geht weiter.

Ich warte hartnäckig. Wir haben kein Glück", sagte Szabo: "Es macht mich nicht traurig, aber es tut weh. Wir bleiben dran." Auch Limbach kündigte einen neuen Anlauf auf eine Teammedaille an.

"Diese Sache fehlt mir. Und sie ist mir sehr wichtig", sagte der 27-Jährige, der nach zwei Siegen in der ungeliebten Platzierungsrunde seinen Humor bewies: "Wir haben Moral für den Ananas-Cup gezeigt."

"Wenn man so knapp verliert, ist man natürlich enttäuscht. Russland ist das stärkste Team, aber heute war ein Sieg drin", sagte Ressel: "Sie sind in der Lage, jeden zu schlagen. Vielleicht muss einfach nur mal der Knoten platzen."

B-Team zu stark

Für die Florettfechterinnen kam dagegen wie schon bei der letzten WM 2011 in Catania das Aus im Achtelfinale.

Gegen ein "B-Team" aus China, wie es Bundestrainer Yoann Lebrun ausdrückte. Ressel wurde nach dem enttäuschenden Auftritt von Golubytskyi, Katja Wächter, Anne Sauer und Sandra Bingenheimer deutlicher: "Uns ist bekannt, dass wir Probleme mit der mannschaftlichen Gesamtsituation haben. Wir haben gute Fechterinnen, aber im Team können wir das nicht rüberbringen."

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