Britta Heidemann wurde 2007 in Russland Weltmeisterin mit dem Degen © getty

Der Verband hofft nach Britta Heidemanns Bronzemedaille auf viele weitere Glanztaten, Strahlefrau Heidemann weicht aus.

Budapest - Auf den Planchen von Budapest fand Britta Heidemann auf fast alle Attacken die passende Antwort, und auch die Frage nach ihrer der Zukunft parierte sie gekonnt mit einem charmanten Lachen.

"Es ist immer ein super Gefühl, mit Medaillen nach Hause zu kommen. Ich würde sagen, wir schauen, wie die Strategie für die kommenden Jahre ist", sagte die Peking-Olympiasiegerin nach WM-Bronze: "Ich glaube, dass sich alle gerne zusammensetzen und wir dann alle gemeinsam überlegen."

WM-Bronze als Motivation

Vorerst verriet die Leverkusenerin nur so viel: Im kommenden Jahr wolle sie wieder "ganz normal" einsteigen.

Ein Glücksfall für den deutschen Verband, denn wieder einmal hat die 30 Jahre alte Degenfechterin gezeigt, wie wichtig sie für ihren Sport ist.

"Ich denke, sie hat sich Motivation für die Zukunft geholt. Ich hoffe, noch zwei oder drei Jahre mit ihr zusammenzuarbeiten", sagte Sportdirektor Sven Ressel. Das würde unter anderem einen Start in Rio de Janeiro 2016 bedeuten: "Das ist das Ziel."

Mentale Fitness wichtig

Darauf festnageln lassen wollte sich Heidemann allerdings nicht, doch der Auftritt in Budapest hat ihr Spaß gemacht.

"Erfolgreich zu sein, ist immer toll. Ich brauche aber mentale Fitness und Motivation, um vorne dabei zu sein. Dann läuft das teilweise fast von alleine", sagte sie nach ihrer insgesamt 18. Medaille bei WM, EM oder Olympischen Spielen.

Keine falsche Entscheidung

Vor allem bei Großereignissen ist die Leverkusenerin unverzichtbar, die große Bühne ist Heidemanns Wohnzimmer.

Mit ihrer zehnten WM-Medaille überholte sie sogar Florett-Ikone Anja Fichtel - und weckte gleichzeitig beim Deutschen Fechter-Bund die Hoffnung auf weitere Erfolgsmomente.

Auch Verbands-Vize Dieter Lammer geizte in Budapest nicht mit Komplimenten - ließ aber auch keinen Zweifel daran, wie sein Wunsch für die Zukunft aussieht.

"Sie hat gezeigt, dass sie eine der ganz Großen ist. Letztendlich entscheidet aber Britta", betonte er. Und fügte vielsagend an: "Aber heute trägt vielleicht dazu bei, dass sie sich nicht falsch entscheidet."

Auszeit genau richtig

Erst Ende April war Heidemann wieder in die Saison eingestiegen, obwohl eigentlich für das gesamte Jahr 2013 eine Pause geplant war.

Nach ihren aufregenden Olympischen Spielen in London, von denen sie mit der Silbermedaille zurückkehrte, forderten Körper und Geist ihren Tribut. Ihr Degen bekam eine lange Auszeit.

"Ich habe extra auch ziemlich lange Pause gemacht, um mental wieder fit zu sein. Mit dem heutigen Ergebnis ist die Rechnung aufgegangen", sagte Heidemann in Budapest.

Tänzchen und kostenloser Urlaub

Dabei hatte sie sich kurz vor der WM noch eine Prellung an einem Handknochen zugezogen.

Aber auch das hinderte sie nicht daran, bei der Aussicht auf eine Woche kostenlosen Urlaub trotz ihrer Halbfinal-Niederlage gegen die Russin Anna Siwkowa ein kleines Tänzchen aufzuführen.

Immerhin gehört sie durch ihre WM-Einzelmedaille im September zum Club der Champions. Und darf damit weitere angenehme Seiten eines aktiven Sportlerlebens genießen.

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