Britta Heidemann gewinnt bei der Fecht-WM in Budapest Bronze © imago

Der zweite Finaltag bringt für die deutschen Fechter bereits die zweite Medaille. Britta Heidemann gewinnt am Ende Bronze.

Budapest - Im Rampenlicht der großen WM-Bühne zeigte Britta Heidemann wieder ihre ganze Klasse: Mit Konzentration, Selbstbewusstsein und Nervenstärke gewann die deutsche Ausnahmefechterin Bronze und damit die zehnte WM-Medaille in ihrer erfolgreichen Karriere.

Erst eine 9:15-Niederlage im Halbfinale von Budapest gegen die Russin Anna Siwkowa beendete den Siegeszug der Degen-Olympiasiegerin von Peking.

Knapp ein Jahr nach ihrer Silbermedaille von London zeigte die 30-Jährige: Bei Großereignissen ist mit ihr immer zu rechnen.

"Es hätte noch ein bisschen mehr sein können, aber die Bronzemedaille ist in Ordnung. Ich habe einen sehr guten Tag gehabt, war sehr motiviert, konzentriert und hungrig", sagte Heidemann: "Mit einer Medaille nach Hause zu fahren ist auf jeden Fall ordentlich. Das ist ein tolles Gefühl."

Auch Sportdirektor Sven Ressel war voll des Lobes: "Brittas Leistung ist extrem beeindruckend. Sie ist wieder fast die alte", sagte er. Neue Weltmeisterin wurde Julia Beljajewa aus Estland.

Unsicherheitsfaktoren stören nicht

Denn in der ungarischen Hauptstadt waren alle Unwägbarkeiten im Vorfeld plötzlich ohne Bedeutung.

Die mehrmonatige Pause nach Olympia? Nicht zu merken.

Die Hand- und Rückenprobleme? Behinderten sie auf dem Weg zum Erfolg nicht wirklich.

Und den mentalen Prüfstein, die Neuauflage des denkwürdigen London-Halbfinales gegen die Südkoreanerin Shin A Lam, meisterte sie ohne größere Probleme.

Heidemann gewinnt auch die Neuauflage

15:13 gewann sie im Viertelfinale gegen ihre Konkurrentin aus Asien - erneut bedeutete dies Edelmetall.

Hatte es in der britischen Hauptstadt nach Heidemanns entscheidenden Treffer in allerletzter Sekunde noch lange Diskussionen gegeben, war es diesmal eindeutig. Eine hohe Führung brachte sie letztendlich sicher ins Ziel. Keine Neuauflage der herzzerreißenden olympischen Szene, als die Südkoreanerin sich aus Protest weigerte von der Planche zu gehen und dort weinend ausharrte.

Heidemann gewann damals Silber, Shin nur Blech.

DFeB erreicht sein Ziel

Mit ihrem Erfolg erreichte der Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) bereits am zweiten Finaltag sein Ziel von zweimal Edelmetall. Am Mittwoch hatte Florettfechterin Carolin Golubytskyi mit Silber die erste deutsche Medaille geholt. "Das Soll ist sehr früh erfüllt. Aber natürlich wollen wir in den nächsten Tagen weiter um Medaillen kämpfen", sagte Ressel: "Das Potenzial ist da."

Bei den Herren kam ausgerechnet der größte Außenseiter der Medaille am nächsten. Falk Spautz, 133. der Weltrangliste, setzte allerdings beim 14:15 gegen den Russen einen Treffer zuwenig. "Ich freue mich natürlich, weil es ein starker Auftritt war. Doch natürlich ärgere ich mich auch", sagte der 23-Jährige aus Leverkusen.

Spautz fair - Fiedler enttäuscht

Und im Viertelfinale gab er dann zusätzlich noch ein Vorbild an Fairplay ab. Trotz nicht leuchtender Lampe gab er die Berührung durch den Gegner zu - der Treffer zählte. Und fehlte ihm am Ende. "Ich würde es immer wieder so machen", sagte der 2,05-m-Riese: "Fairness zahlt sich immer aus. Ich glaube daran, dass ich es doppelt zurückbekomme."

Bei Europameister Jörg Fiedler war die Stimmung dagegen im Keller. Der Leipziger ließ seinem Ärger nach dem Achtelfinal-Aus freien Lauf und knallte seine Maske vor die Füße von Sportdirektor Ressel. "Scheiße. Punkt", kommentierte der Leipziger mächtig angefressen sein 14:15 gegen den Polen Radoslaw Zawrotniak. Der 35-Jährige muss damit weiter auf seine erste WM-Einzelmedaille warten. Es gewann wie 2010 der Este Nikolaj Nowosjolow.

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