Doping ist die Einnahme von unerlaubten Substanzen zur Steigerung der (meist sportlichen) Leistung © getty

DLV-Präsident Prokop will den Sport bei der Aufarbeitung unterstützen und Doping-Sünder auch später noch belangen können.

Köln - Einen Tag nach der Veröffentlichung der Studie über systematisches Doping in der Bundesrepublik Deutschland (Bericht) hat Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), zum wiederholten Mal ein Anti-Doping-Gesetz hierzulande gefordert.

"Wichtig ist, dass wir (...) endlich ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland verabschieden", sagte der Jurist im Gespräch mit der Sendung "B5 aktuell" des "Bayerischen Rundfunks".

"Es zeigt sich, dass der Sport alleine einfach überfordert ist mit der Aufarbeitung des Doping-Problems. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, und das bedeutet, dass auch der Staat mit seinen überlegenen Ermittlungsmöglichkeiten dazu kommt. Wir brauchen in Deutschland ein Anti-Doping-Gesetz", fordert Prokop.

Prokop will Namen

Die Studie müsse nun so schnell wie möglich analysiert werden, "es müssen Ross und Reiter genannt werden", fordert Prokop.

Voraussetzung dafür sei, "dass die Ergebnisse wissenschaftlich belastbar sind, dann kann es keinen Grund geben, einen Schutz für Personen, die daran beteiligt waren, auszusprechen".

Es handele sich um "Dokumente der Zeitgeschichte, die müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, lückenlos informiert zu werden", sagte Prokop.

"Verjährungsfrist zu kurz"

Zudem ergibt sich für den DLV-Präsidenten eine weitere wesentliche Forderung aus der Studie.

Man müsse die Möglichkeit haben, "auch länger zurückliegende Vorgänge im Dopingbereich zu verfolgen". Momentan beträgt die Verjährungsfrist acht Jahre, dieser Zeitraum erweise sich mehr und mehr als zu kurz.

"Wir müssen die Täter von heute damit konfrontieren, dass sie auch lange in die Vergangenheit zurück verfolgt werden können", sagte Prokop.

Einmaliger Skandal?

Erschreckend findet er, dass "staatliche Gelder für die Forschung zur Verfügung gestellt worden sind. Wir müssen alles genau analysieren und Forschungsprojekte auswerten."

Klar sei auf jeden Fall, dass "sich so etwas nie wiederholen darf in Deutschland".

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