Der Spanier Rafael Nadal gewann sieben Mal die French Open © getty

Der Tennis-Star glaubt, der mutmaßliche Doping-Doktor habe vor allem Ausländer betreut. Er fühlt sich ins Zwielicht gerückt.

Madrid - Tennis-Star Rafael Nadal ist von der Unschuld seiner spanischen Sportler-Kollegen überzeugt und fordert im Zuge des Fuentes-Prozesses die Veröffentlichung der Namen aller beteiligter Sportler.

"Was da in Spanien passiert verstehe ich nicht", sagte der elfmalige Grand-Slam-Gewinner der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe", "ich verstehe nicht, warum Doktor Fuentes keine Namen nennt. Und ich verstehe nicht, warum die Richter ihn nicht auffordern, dies zu tun."

Dies "verletzt mich als Sportler", so Nadal weiter, wegen Leuten wie Lance Armstrong hätten alle Sportler ein "zweifelhaftes Image".

"Spanischer Sport wird vorverurteilt"

Für Nadal ist klar, dass spanische Sportler nicht in die Dopingaffäre um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuientes verwickelt sind.

"Ich glaube, der Doktor hat mit ausländischen Sportlern zusammengearbeitet, aber weil er Spanier ist, wird der spanische Sport vorverurteilt", sagte Nadal.

Es sei ihm unverständlich, warum man den Sachen nie richtig auf den Grund gehe. "Wir müssen alles aufklären", forderte der Mallorquiner, der zurzeit in Chile erfolgreich sein Comeback nach siebenmonatiger Pause auf der ATP-Tour gibt.

Prozess hat den Fußball erreicht

Der Fuentes-Prozess hatte jüngst auch den spanischen Fußball erreicht. Die staatliche spanische Anti-Doping-Agentur AEA sammelt derzeit Informationen über den verdächtigen Erstligisten Real Sociedad San Sebastian.

Die AEA reagierte damit auf die Aussage von San Sebastian früheren Vereinspräsidenten Inaki Badiola.

Dieser hatte erklärt, vor seiner Amtszeit im Jahr 2008 habe der Klub bei Fuentes für 327.000 Euro Dopingmittel gekauft und aus der Schwarzgeldkasse bezahlt.

Ronaldo: Kein Doping im Fußball

Für Superstar Cristian Ronaldo von Real Madrid ist Doping aber kein Thema im Fußball.

"Ich glaube nicht, dass es im Fußball Doping gibt", sagte der Portugiese im Interview mit der spanischen Sporttageszeitung "AS".

Fußball sei ein Mannschaftssport, daher sei es seiner Meinung nach nicht notwendig, auf Doping zurückzugreifen.

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