Benjamin Kleibrink gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Gold © getty

Der Olympiasieger von Peking beendet wohl seine Karriere. Grund ist das Studium. Er blickt auf eine erfolgreiche Zeit zurück.

München - Hörsaal statt Planche: Florettfechter Benjamin Kleibrink, Einzel-Olympiasieger 2008 in Peking, steht vor dem Karriereende.

Nach Informationen des SID und der "Fränkischen Nachrichten", will sich der 27-Jährige, der für den FC Tauberbischofsheim startet, in Zukunft verstärkt seinem Studium widmen.

Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Weder Kleibrink noch der Verband waren am Freitagnachmittag für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) würde damit einen seiner erfolgreichsten Fechter verlieren.

Bronze bei Olympia

Mit der deutschen Florettmannschaft gewann Kleibrink bei den Olympischen Spielen in London die Bronzemedaille.

Zudem sicherte er sich im Juni bei der EM im italienischen Legano den zweiten Platz im Einzelwettbewerb.

Kleibrink schreibt Geschichte

2008 in Peking schrieb Kleibrink zusammen mit Degenfechterin Britta Heidemann Geschichte, als die beiden deutschen Sportler innerhalb von nur 19 Minuten jeweils Gold gewannen.

Beide waren die ersten deutschen Fechter, die in ihren Disziplinen Einzelgold holten.

Urlaub nach Gold

Doch während Heidemann zum Aushängeschild des Fechtens avancierte, wurde es um Kleibrink schnell wieder ruhig.

Nach Peking wählte er einen völlig anderen Weg als seine mittlerweile weit prominentere Teamkollegin. Er fuhr erstmal in den Urlaub und nahm sich eine mehrmonatige Auszeit.

"Viele haben danach gesagt: 'Warum machst du das, fährst in Urlaub und entziehst dich der Öffentlichkeit. Ich würde alles so wieder machen'", hatte Kleibrink noch vor London erklärt.

Keine Motivation bei Kleibrink

Nach der selbstauferlegten Pause fiel ihm die Rückkehr in die internationale Spitze allerdings schwerer als erwartet.

Von zwei "schweren Jahren" sprach er rückblickend über die Zeit.

"Es war schwer, die Motivation nach dem Olympiasieg aufrechtzuerhalten", sagte er.

Unfall wirft Kleibrink zurück

Und als er im vergangenen Jahr wieder auf dem besten Weg in Richtung Weltspitze war, baute er mit seinem Motorrad einen Unfall.

Eine Operation an der linken Schulter und eine erneute mehrmonatige Zwangspause folgten.

Die Qualifikation für London stand lange auf der Kippe.

"Keine so schlechte Quote"

Bei seinen zweiten Spielen in London war Kleibrink vor allem in der Mannschaft um den viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich eine bessere Platzierung verwehrt gewesen.

Nach drei umstrittenen Entscheidungen im Halbfinale, mussten die Deutschen mit dem dritten Platz vorlieb nehmen.

"Meine zweiten Spiele - meine zweite Medaille: Keine so schlechte Quote", hatte Kleibrink anschließend erklärt.

Nach jetzigem Stand werden allerdings keine weiteren Medaillen hinzukommen.

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