Philip Köster stellte im Alter von 14 mit einem Sprung von 18 Metern einen Weltrekord auf © imago

Der Teenager verteidigt seinen Titel im Windsurfen und wandert auf den Spuren seines großen Idols Robby Naish.

Klitmöller - Gerade volljährig und schon zweimal Weltmeister:

Windsurfer Philip Köster hat erneut Sportgeschichte geschrieben und seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt.

Eine Woche vor dem Weltcup-Finale auf Sylt zog der 18-Jährige im dänischen Klitmöller in den Endlauf ein und liegt dadurch in der Weltrangliste uneinholbar in Führung.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Köster in Dänemark als erster Deutscher überhaupt die WM-Krone seines Sports gesichert.

"Es fühlt sich richtig gut an, den Titel verteidigt zu haben. Aber es war auch schwieriger als im letzten Jahr", sagte der gebürtige Hamburger.

Finale reicht zum WM-Titel

Dabei hatte es zunächst nicht danach ausgesehen, als könnte Köster erneut schon vorzeitig jubeln. Nach der Vorrunde in Klitmöller, in der Surferszene nur "Cold Hawaii" genannt, lag der Shootingstar nur auf Rang vier.

Doch mit Siegen gegen die Brasilianer Kauli Seadi und Ricardo Campello erreichte der Teenager das Halbfinale. Dort hatte der Weltranglisten-Zweite Victor Fernandez Lopez (Spanien) keine Chance gegen Köster.

Den Endlauf gegen den Franzosen Thomas Traversa verlor der junge Deutsche zwar, für die Titelvergabe spielte dies aber keine Rolle mehr.

Auf den Spuren von Robby Naish

Mit seinem zweiten Titel in Folge surft der Auswanderer-Sohn, der mit seinen Eltern in Vargas auf Gran Canaria lebt, weiter auf der Erfolgswelle.

Im Vorjahr hatte sich der damals 17-Jährige zum zweitjüngsten Weltmeister der Geschichte des Windsurf-Weltverbands PWA nach Robby Naish gekrönt.

Die Surf-Legende aus Kalifornien hatte im Alter von 13 Jahren den ersten seiner insgesamt 24 WM-Titel gewonnen.

Eltern reisen zu jedem Wettkampf

In einem Atemzug mit Naish genannt zu werden, ist für Köster immer noch etwas Besonderes. Der heute 49-Jährige ist das große Idol des deutschen Surf-Wunderkindes.

Dass er seinem Vorbild nacheifern kann, hat Köster vor allem seiner Familie zu verdanken, die ihn seit frühester Jugend unterstützt und seine Karriere behutsam aufgebaut hat.

Seine Heimat, die schroffe Felsenküste von Vargas, dient ihm dabei als Trainingszentrum und Zufluchtsort zugleich. Seine Eltern, die 1980 auf die spanische Insel auswanderten, begleiten ihren Sohn zu jedem Wettkampf und stehen ihm stets unterstützend zur Seite.

Saisonabschluss auf Sylt

Wie im Vorjahr darf Köster nun bei seinem "Heimspiel", dem Saisonfinale auf Sylt, den WM-Pokal vor heimischem Publikum in Empfang nehmen: "Damals jubelten mir Tausende zu, es war der schönste Moment in meinem Leben. Auf dieses Gänsehaut-Feeling freue ich mich heute schon."

Ein Sieg beim größten Windsurf-Event der Welt soll nun "die Krönung einer perfekten Saison" werden. Im vergangenen Jahr jubelten 230.000 Zuschauer den 121 Teilnehmern aus 31 Nationen zu.

Die würdige Bühne für den letzten Saisonauftritt eines Weltmeisters.

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