Henry Maske gewann 31 seiner 32 Profi-Kämpfe
Henry Maske gewann in seiner Profikarriere als Boxer 31 von 32 Kämpfen © imago

Henry Maske tritt dem Legendenkreis bei und wird mit der Goldenen Pyramide ausgezeichnet. Sein Dank geht an einen Ex-Boxer.

Berlin - Glanzvoller Auftritt für den Gentleman-Boxer.

Henry Maske reiht sich am Freitag in den Kreis der deutschen Sport-Legenden ein und erhält vor 300 geladenen Gästen im Berliner Hotel Adlon die Goldene Sportypramide.

Der 48-Jährige ist ein würdiger Preisträger, er wurde 1988 Olympiasieger und war von 1993 bis 1996 Weltmeister der Profis im Halbschwergewicht.

"Für mich ist dieser Preis etwas ganz Besonderes", sagte Maske: "Ich habe die Auszeichnung 2005 für Max Schmeling entgegengenommen. Max war kurz zuvor verstorben. Seitdem sind damit viele Emotionen verbunden."

Großer Einfluß von Schmeling

Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Max Schmeling (1905 bis 2005) hatte auf Maske stets großen Einfluss: "Max hat mir viele wichtige Tipps gegeben. Auch für die Zeit nach dem Boxen. Er sagte, ich solle mein Geld schön zusammenhalten. Er sagte auch: Pass' auf mein Junge, bleib immer schön freundlich zu den Menschen."

Schön freundlich will Maske auch am Freitag auftreten, wenn er eine der wertvollsten Sportauszeichnungen Deutschlands im Rahmen einer Benefiz-Gala der Stiftung Deutschen Sporthilfe entgegennimmt.

Maske erhält den Preis für sein sportliches Lebenswerk, sein soziales Engagement und seine Verdienste für das Ansehen des Boxsports. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere hält die Laudatio.

Welt- und Europameister bei den Amateuren

Der im brandenburgischen Treuenbrietzen geborene Maske hat als Boxer eine beeindruckende Karriere hingelegt und wurde bei den Amateuren Welt- und Europameister.

Nach der Wende wechselte er ins Profilager und begründete einen Box-Boom in Deutschland. Zehnmal verteidigte er seinen WM-Titel und lockte bei seinen Kämpfen bis zu 18 Millionen Zuschauer vor die Fernseher.

Finalsieg bei Olympia 1988

Sein größter Kampf blieb der Finalsieg bei Olympia 1988 in Seoul: "Der Moment, wenn Du weißt, eigentlich kann kein anderes Urteil kommen, und trotzdem wird es dann noch gesagt. Fantastisch", sagte Maske, der wegen seines umsichtigen Stils im Ring und seines stets gepflegten Auftretens den Spitznamen Gentleman erhielt.

Auch nach der aktiven Karriere blieb der einstige Rechtsausleger erfolgreich. Der Geschäftsmann betreibt mittlerweile im Rheinland als Franchisenehmer zehn McDonalds-Filialen und ist für

1999 gründete der Träger des Bundesverdienstkreuzes eine nach ihm benannte Stiftung für sozial schwache Kinder und Jugendliche.

Paukenschlag gegen Hill

Im März 2007 sorgte der Vater eines Sohnes für einen Paukenschlag, als er nach mehr als zehnjähriger Pause noch einmal in den Ring stieg und Cruisergewichtler Virgil Hill besiegte.

Der US-Amerikaner hatte Maske im November 1996 die einzige Niederlage als Profi beigebracht. "Das war eine verrückte Sache. Vorher gab es viele Zweifel, doch zum Glück ging alles nach Wunsch aus."

Die Goldene Sportpyramide wird seit dem Jahr 2000 vergeben. Erster Preisträger war Springreit-Olympiasieger Hans Günter Winkler. Es folgten u.a. Rosi Mittermaier-Neureuther (2001), Manfred Germar (2003), Roland Matthes (2004), Heiner Brand (2007), Uli Hoeneß (2009) und Katarina Witt (2010).

Fünf weitere Namen in der Hall of Fame

Maske wird gleichzeitig mit fünf weiteren Sportpersönlichkeiten in die "Hall of Fame des deutschen Sports" aufgenommen, die nun 72 Mitglieder aufweist. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wird die Laudatio auf die Neuaufnahmen halten.

Am Tag danach begeht die Deutsche Sporthilfe im Beisein von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und DOSB-Vize-Präsidentin Christa Thiel im Reichstag die Feierlichkeiten zu ihrem 45. Geburtstag.

Weiterlesen