Nach ihrem Kuss bei der WM haben zwei russische Läuferinnen empört Berichte zurückgewiesen, sie hätten mit der Aktion gegen das umstrittene Anti-Homosexuellen-Gesetz in ihrem Land protestiert.

Solche Berichte seien beleidigend, sagte Xenia Ryschowa aus der siegreichen 4x400-Meter-Staffel Dienstag der Agentur "Itar-Tass" zufolge.

Der Schmatzer auf dem Siegerpodest sei der großen Aufregung nach dem unerwarteten Erfolg geschuldet gewesen.

Die 26-Jährige hatte am Samstag im Moskauer Luschniki-Stadion ihre Kollegin Julia Guschtschina auf den Mund geküsst.

Ein von Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnetes Gesetz verbietet unter Geldstrafe, sich in Russland vor Minderjährigen positiv über Homo-, Bi- oder Transsexualität zu äußern.

"Julia und ich sind mit Männern verheiratet und haben keine intime Beziehung. Wir trainieren seit acht Jahren zusammen.

Sie können sich nicht vorstellen, was es für uns bedeutet, nach acht Jahren zu gewinnen", meinte Ryschowa.

"Es war eine totale Gefühlsanwallung, und falls sich unsere Lippen in dem Moment berührt haben, dann weiß ich nicht, wessen Vorstellung eine solche Idee (eines politischen Protests) entsprungen sein könnte", sagte die Sportlerin.

Zugleich äußerte Ryschowa Kritik an den Medien. "Am Montag wurde ich von 20 Publikationen angerufen. Statt mir zur Goldmedaille zu gratulieren, wurde ich durch Fragen beleidigt."

Der Chef des russischen Leichtathletik-Verbandes, Valentin Balachnitschjow, forderte ein Ende der Debatte um das Verbot von "Homo-Propaganda".

Einige westliche Politiker und Aktivisten haben wegen des umstrittenen Gesetzes einen Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi ins Gespräch gebracht.

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