Ausgerechnet zwei russische Weltmeisterinnen haben bei der WM in Moskau für den eindrucksvollsten Protest gegen das umstrittene neue Anti-Homosexuellen-Gesetz gesorgt.

Bei der Siegerehrung für die 4x400-m-Staffel im Luschniki-Stadion küssten sich Tatjana Firowa und Xenija Ryschowa provokativ auf den Mund.

Zuvor hatte US-Mittelstreckenläufer Nick Symmonds die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland öffentlich kritisiert.

Er widmete seine 800-m-Silbermedaille seinen schwulen und lesbischen Freunden.

Einige Sportlerinnen lackierten ihre Fingernägel in den Farben des Regenbogens, Symbol der homosexuellen Bewegung.

So die schwedische Hochspringerin Emma Green Tregaro in der Qualifikation.

Green Tregaro war deswegen vom Weltverband IAAF gerügt worden.

Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Issinbajewa hatte das Gesetz öffentlich befürwortet und dafür harsche Kritik einstecken müssen.

"Wir verstehen uns als traditionelles Volk", sagte Issinbajewa: "Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. Dies ergibt sich aus der Geschichte. Ich hoffe, dass dieses Problem nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi belastet."

Das Gesetz stellt seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe. Das von Putin unterzeichnete Gesetz hatte international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands aufkommen lassen. Es wurden sogar Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 laut.

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