Clemens Prokop überraschen die umstrittenen Aussagen von Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelenja Issinbajewa nicht.

"Sie ist natürlich eine Athletin, die vom russischen Staat sehr intensiv gefördert wird. Es wäre geradezu revolutionär gewesen, wenn sie sich offen gegen ihre Geldgeber gestellt hätte", sagt der Präsident des deutschen Leichtathletik-Verbandes im Interview mit SPORT1.fm.

Issinbajewa hatte zuvor ein Plädoyer für die russische Anti-Homosexuellengesetzgebung gehalten.

"Ihre Stellungnahme kommt nicht wirklich überraschend. Als Argument hat sie als Schwerpunkt die russische Tradition gebracht. Das ist keine Begründung, die besonders schwergewichtig ist", fügte er hinzu.

Gleichwohl stellte Prokop klar, dass der Großteil der Leichtathleten anderer Meinung als die Russin ist.

"Nach meinem Eindruck ist die überwiegende Meinung die, dass dieses Gesetz mit den Werten des Sports nicht vereinbar ist."

Dennoch gelte auch für Issinbajewa die Meinungsfreiheit.

"So wie andere Athleten sich das Recht herausnehmen, gegen das Gesetz zu demonstrieren, muss man anderen Athleten das Recht zubilligen, für dieses Gesetz zu sein."

Issinbajewa war am Freitag auf Bitten des Weltverbandes IAAF zurückgerudert.

"Englisch ist nicht meine Muttersprache und ich denke, ich bin gestern missverstanden worden mit dem, was ich gesagt habe"m sagte sie entschuldigend.

Zugleich sprach sie sich "mit größtem Nachdruck" gegen eine Diskriminierung von Homosexuellen aus.

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