Zoff im Langstrecken-Lager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV): Vize-Europameister Arne Gabius hat sich auf seiner Homepage gegen die Kritik von Bundestrainer Wolfgang Heinig gewehrt.

"Anstatt sofort Protest einzulegen und geltend zu machen, dass der Sturz des Kenianers meine realistische Finalteilnahme vereitelt hat, hagelte es Vorwürfe", schrieb der Tübinger.

Gabius hatte am Dienstag das 5000-m-Finale bei der Leichtathletik-WM in Moskau klar verpasst, war im Rennen allerdings von dem Kenianer John Kipkoech behindert worden.

"Sein Ausscheiden war Kopfsache. Er hat sich unklug verhalten, indem er sich auf der Innenbahn einkesseln ließ", hatte Heinig im Gespräch mit dem "Bonner General-Anzeiger" gesagt und damit die Taktik von Gabius kritisiert: "Er war an der falschen Stelle, das war unglücklich."

Heinig kritisierte auch 10.000-m-Läuferin Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), die ihr Rennen aufgegeben hatte: "Leider hat ihr am Ende der Biss gefehlt."

Das sei eine Frage der Persönlichkeitsentwicklung, "und da hat Mocki, so leid es mir tut, trotz ihrer 32 Jahre und 36 deutschen Meistertitel noch Luft nach oben".

Mockenhaupt hatte sich nach dem Lauf über sich selbst geärgert: "Es hätte heute endlich mal unter die Top Ten gehen können, aber ich habe die Chance redlich versemmelt, und dafür gibt es keine Entschuldigung."

Während die Werfer und Springer beständig für Medaillen sorgen, laufen die DLV-Langstreckler seit Jahren hinterher.

"Leider zeigen wir nicht die Konsequenz der Afrikaner", sagte Heinig: "Wir stürzen uns voller Begeisterung in die duale Karriere, und dabei wird das Training zweitrangig behandelt. Von vielen Athleten wünsche ich mir ein wenig mehr Mut zum Risiko."

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