Die niederländische Antidoping-Agentur Dopingautoriteit hat nach den Enthüllungen der Zeitschrift "Vrij Nederland" (VN) über den angeblichen Dopingmissbrauch der Leichtathletin Adrienne Herzog Ermittlungen angekündigt.

VN hatte in ihrer Internetausgabe über Herzogs Mail-Verkehr, unter anderem mit einem mexikanischen Arzt, zur Beschaffung von verbotenen Stoffen berichtet.

"Ich hoffe, dass ich die 24 Ampullen von 4000 iu epo so schnell wie möglich empfangen kann", zitiert "VN" aus einer dieser Mails.

Zudem wollte die heute 27 Jahre alte Mittel- und Langstrecken-Läuferin in den der Zeitschrift vorliegenden Mails anscheinend die Bestätigung dafür bekommen, bei einer Dopingkontrolle nicht aufzufliegen.

"Sie können doch nichts finden? Nach der nationalen Meisterschaft sind es noch zwei Wochen bis zur Querfeldein-Europameisterschaft. Soll ich noch mehr Produkte benutzen oder nicht?", fragte sie demnach am 11. November 2011.

Seit Jahren gibt es Dopinggerüchte um Adrienne Herzog, eine positive Kontrolle von ihr liegt allerdings bislang nicht vor. Ihr früherer Manager war der wegen Dopingvergehen verurteilte Österreicher Stefan Matschiner.

Herzog war auch einige Jahre lang die Partnerin von Simon Vroemen. Der ehemalige Europarekordler über 3000 m Hindernis war 2010 wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden.

Vor drei Jahren hatte Herzogs spanischer Trainer Manuel Pascua Piqueras gestanden, seinen Athleten zu Bluttransfusionen geraten zu haben.

Herzogs Name taucht auch in der "Operacion Galgo" (Operation Windhund) der spanischen Justiz auf. Pascua Piqueras wurde im März 2012 freigesprochen, weil das Gericht die Beweise für ungültig erklärt hatte.

Herzog hat alle Doping-Anschuldigungen stets bestritten. Auf die neuen Vorwürfe von "Vrij Nederland" reagierte sie bisher nicht.

Die 27-Jährige ist mehrfache niederländische Meisterin über 1500 m und im Querfeldeinlauf. In dieser Disziplin war sie 2012 Dritte bei der EM in Budapest.

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