Der frühere Weitsprung-Europameister Christian Reif hat sich im Streit um Matthias Bühler öffentlich auf die Seite des nicht für die am Samstag beginnende WM in Moskau nominierten deutschen Hürdenmeisters gestellt.

"Ich verstehe, dass Matthias gegen die Nominierung geklagt hat. Ich würde es genauso machen", sagte Reif der "Süddeutschen Zeitung": "Ich werde mich mit dieser Aussage nicht beliebt machen beim Verband. Aber der Fall Bühler hat einen Beigeschmack, weil Cheftrainer Idriss Gonschinska Trainer von Erik Balnuweit in Leipzig war."

Bühler hatte vergeblich versucht, seinen Start in Moskau einzuklagen. Der 26-Jährige aus Offenbach hatte mit seiner Bestzeit von 13,45 Sekunden die A-Norm (13,40) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ebenso verfehlt wie Konkurrent Erik Balnuweit (Leipzig), der jedoch aufgrund der knapp besseren Saisonbestzeit (13,44) ins WM-Aufgebot berufen wurde.

Beide Hürdensprinter sind allerdings mit ihren Zeiten international bestenfalls zweitklassig. "Bühler bringt seit Jahren Top-Leistungen und ist bei deutschen Meisterschaften immer wieder vor allen anderen. Klar, dass das ein paar Leuten stinkt", sagte Reif der "SZ".

Zu seinen eigenen Erwartungen für die WM sagte Reif, der Weltmeistertitel sei "theoretisch möglich. Ich gehöre zu den schnellsten Weitspringern der Welt, ich bin mental stark genug, und meine Bestleistung, 8,47, liegt auch im Bereich, in dem das möglich ist", sagte der 28-Jährige.

Die Weltrangliste führt der Mexikaner Luis Rivera mit 8,46 m an, Reif ist in diesem Jahr mit 8,27 Neunter.

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