Verblüfft reagierte Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl auf die Doping-Anschuldigungen der früheren Weltklasse-Leichtathletin Heidi Schüller gegen Bayer Leverkusen.

"Wenn sie so was sagt, dann muss sie jetzt auch Namen nennen", sagte die frühere Weltrekordlerin auf Anfrage des "SID" zu den Aussagen ihrer Weitsprung-Kollegin Schüller, während ihrer aktiven Zeit seien im Leistungszentrum Leverkusen tagtäglich Pillen eingeworfen worden.

"Wir waren ja vor der späteren Fusion damals zwei getrennte Vereine. Einmal Bayer Leverkusen, wo Heidi Schüller bei Bert Sumser trainierte, genau wie Sprinter Manfred Ommer, der sich ja schon vor vielen Jahren zum Doping bekannte. Zum anderen mein Verein TuS 04 Leverkusen", sagt Heide Ecker-Rosendahl.

Sie meint: "Vielleicht ging es bei Bayer anders zu als bei uns. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht bis zu uns durchgedrungen wäre."

Die heute 66-Jährige sagt hinsichtlich der Aussage von Heidi Schüller:

"Ich ärgere mich sehr über solche pauschalen Verdächtigungen ohne Namen. Vor allem, wenn zu dieser Nachricht dann im Fernsehen im Hintergrund Bilder von unserem Staffelsieg 1972 in München gegen die DDR laufen. Gegen solche Dinge wehre ich mich vehement. Und wer Anschuldigungen ausspricht, der muss auch bereit sein, Namen zu nennen. Sonst geraten alle in Verdacht."

Heide Ecker-Rosendahl, Mutter des 6-m-Stabhochspringers Danny Ecker, sagt im Rückblick auf ihre 1973 beendete Karriere:

"Zu unserer Zeit wurde mal über Aufputschmittel geredet. Aber von Anabolika habe ich zu meiner Zeit nichts gewusst. Mir wurde so was nie angeboten."

Heidi Schüller (63), heute Ärztin, hatte im Rückblick auf ihre Zeit in Leverkusen gesagt, damals seien Tabletten von schwedischen Sportlern aus der DDR besorgt "und über die Sporthochschule weiter an die Athleten vertickt" worden.

Im Gastraum sei unter den Sportlern ein regelrechter Schwarzhandel betrieben worden: "Die Pillenboxen und Tabletten machten dort täglich die Runde."

Weiterlesen