Die deutschen Leichtathleten stehen bei der Hallen-EM in Göteborg weiter mit leeren Händen da.

Für die größte Enttäuschung sorgte Weitspringer Sebastian Bayer. Nach seinen beiden Titeln 2009 und 2011 platzte sein Traum vom Gold-Hattrick nach 7,91 m schon in der Qualifikation.

"Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Ich war ein bisschen zu dämlich und nicht in der Lage, das Brett richtig zu treffen", sagte der aktuelle Freiluft-Europameister. Sein Teamrivale und Ex-Europameister Christian Reif darf nach persönlicher Hallen-Bestleistung von 8,15 m dagegen am Sonntag auf Edelmetall hoffen.

Zum Ende des zweiten Wettkampftages verpasste der hoch eingeschätzte Sprinter Julian Reus über 60 m in 6,62 Sekunden als Sechster die erhoffte Medaille.

Dem ohne einige Stars wie Kugelstoß-Weltmeister David Storl angetretenen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bleibt nun einzig der Sonntag, um die Bilanz aufzupolieren.

Top-Sprinterin Verena Sailer, der Olympia-Zweite Björn Otto im Stabhochsprung und Kugelstoßerin Christina Schwanitz haben ihre Medaillenansprüche mit starken Vorkampf-Auftritten bereits angemeldet.

Der 24-jährige Reus muss dagegen weiter auf seine erste internationale Einzel-Medaille warten. Der deutsche Meister aus Wattenscheid, im Vorjahr Silbergewinner mit der 4x100-m-Staffel, blieb auf Bahn eins sechs Hundertstel über seiner persönlichen Bestleistung, die zu Rang vier gereicht hätte. Den Titel sicherte sich der Franzose Jimmy Vicaut in 6,48 Sekunden.

Endlich den französischen Titelverteidiger und Olympiasieger Renaud Lavillenie besiegen will dann Björn Otto. Nach einem Fehlversuch über 5,60 m sprang er in der Quali 5,75 m im ersten Anlauf.

"Das zeigt, wo ich stehe und macht mich im Kopf stärker." Ebenfalls mit Medaillenchancen im Finale stehen mit jeweils übersprungenen 5,60 m der Olympia-Dritte Raphael Holzdeppe und Malte Mohr. Die Weltjahresbeste Christina Schwanitz war mit 18,77 m auch Qualibeste.

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