Der ehemalige Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels hat im Spätherbst seiner Karriere eine weitere internationale Medaille verpasst.

Bei der Hallen-EM im schwedischen Göteborg belegte der Titelverteidiger aus Neubrandenburg mit 20,16 m nur den undankbaren vierten Platz.

In Abwesenheit von Weltmeister David Storl fehlten dem 35-Jährigen am ersten Finaltag 13 Zentimeter zum Bronzerang, den der Tscheche Ladislav Prasil (20,29) einnahm. Gold ging an den EM-Dritten Asmir Kolasinac aus Serbien mit 20,62 m vor dem Bosnier Hamza Alic (20,34).

Bartels hatte vor zwei Jahren in Paris mit 21,16 triumphiert. Der zweite deutsche Finalist in Göteborg, der Sindelfinger Marco Schmidt, belegte mit 19,63 m den siebten Platz.

David Storl hatte nach Silber bei den Olympischen Spielen in London auf die Hallensaison komplett verzichtet.

Der 22-Jährige will sich ganz auf die WM in diesem Jahr in Moskau konzentrieren. Nach London hatte er eine dreieinhalbmonatige Ausbildung bei der Bundespolizei absolviert.

Trotz zweier persönlicher Bestzeiten reichte es auch für Hürdensprinter Erik Balnuweit nicht zu Edelmetall. Der Olympia-Teilnehmer aus Leipzig war mit zuvor von ihm noch nicht erreichten 7,59 Sekunden ins Finale eingezogen und kam dort mit der neuerlichen Steigerung auf 7,58 auf den fünften Platz.

Gold holte sich der Russe Sergej Schubenkow in 7,49. Den Hürdensprint der Frauen ohne deutsche Beteiligung entschied die Türkin Nevin Yanit in 7,89 Sekunden für sich.

Im Fünfkampf landete die Neubrandenburgerin Julia Mächtig mit 4463 Punkten auf dem den siebten Platz. Gold ging in einer engen Entscheidung mit 4666 Zählern an die Französin Ida Antoinette Nana Djimou, die lediglich acht Punkte vor der Weißrussin Jana Maximawa (4658) lag.

Sicher zog 60-m-Sprinter Julian Reus ins Halbfinale am Samstag ein. Der Wattenscheider belegte in seinem Vorlauf in 6,64 Sekunden Platz zwei und kam damit problemlos weiter.

"Ich habe zu keinem Zeitpunkt des Rennens Maximum gegeben und bin sehr kontrolliert gelaufen", sagte der deutsche Hallenmeister. Überraschend schied Europarekordler Dwain Chambers aus. Der früher des Dopings überführte Brite wurde in 6,78 Sekunden nur Fünfter seines Laufes.

Bei den Frauen scheiterte ein deutsches Quintett in den Vorkämpfen. Im Weitsprung kamen Melanie Bauschke (Berlin) und Stefanie Voss nur auf 6,19 bzw. 6,12 m. In 8, 11 Sekunden war für Hürdensprinterin Nadine Hildebrand im Halbfinale Schluss. Und über 1500 m verpassten die Schwestern Elina (4:17,81 Minuten) und Diana Sujew (4:17,27) aus Hamburg das Finale.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) war mit einem 28-köpfigen Team nach Göteborg gereist.

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