Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ruft nach der alarmierenden Studie zum Zustand des deutschen Spitzensports zum Handeln auf.

"Wir sehen uns in unseren Forderungen bekräftigt, dass die Nationale Anti Doping Agentur finanziell besser ausgestattet werden muss und im Dopingkampf neue gesetzliche Vorschriften geschaffen werden müssen", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop zu Beginn der deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund.

Derzeit gebe es strukturell schwerwiegende Defizite bei der NADA.

Prokop befürchtet zudem einen noch viel höheren Wert von regelmäßig dopenden Athleten, als die Studie aussagt (5,9 Prozent).

Das bestätige auch eine DLV-Studie durch den früheren Vizepräsidenten Eike Emrich, wonach ein Drittel der Kaderathleten in Kontakt zu Doping stehe.

"Wenn ich das aber in Zusammenhang mit den NADA-Kontrollergebnissen sehe, bei denen es 2011 vier Positivfälle bei 8000 Kontrollen gab, dann zeigt sich, dass die Strukturen nicht effizient sind", sagte Prokop. Die NADA hat allerdings bereits betont, darin keinen Hinweis für Ineffizienz erkennen zu können.

Am Rande der Hallen-DM will der DLV in seinen Gremien über die Studie beraten, sieht sich allerdings bereits gut aufgestellt, um den Problemen der Athleten zu begegnen.

So hatten 11,4 Prozent der befragten Sporthilfe-Athleten angegeben, unter Burn-out zu leiden. "Das sind Zahlen, die uns aufschrecken müssen: Aber für die Leichtathletik darf man sagen, dass wir schon länger erkannt haben, dass die Athleten an körperliche und psychische Grenzen stoßen", betonte DLV-Vizepräsident Günther Lohre.

Weiterlesen