Der Paralympics-Star Oscar Pistorius soll seine Freundin Reeva Steenkamp mit drei Pistolenschüssen vorsätzlich ermordet haben.

So lautete der Vorwurf des Staatsanwaltes im Gericht von Pretoria im Rahmen der Kautionsverhandlung am Dienstagmorgen. Der 26-Jährige soll am vergangenen Donnerstag vier Schüsse auf seine Lebensgefährtin abgefeuert haben, dreimal habe er getroffen.

Der an beiden Beinen amputierte Südafrikaner habe sich am frühen Morgen des 14. Februar bewaffnet und seine Prothesen angelegt, anschließend sei er sieben Meter gelaufen und habe die Schüsse durch die geschlossene Badezimmertür abgefeuert, sagte Staatsanwalt Gerrie Nel. Dies belege den Vorsatz der Tat.

Pistorius' Anwalt bestand dagegen darauf, dass der Tod Steenkamps kein Mord gewesen sei. Der Sprintstar brach während der Anhörung in Tränen aus.

Pistorius kämpft in Pretoria in einer gerichtlichen Anhörung um seine Freilassung auf Kaution. Die Verhandlung begann am Dienstagmorgen um 9.00 Uhr (8.00 Uhr Ortszeit). Pistorius erschien im schwarzen Anzug und grauer Krawatte im Gerichtssaal.

Begleitet wurde der Sprinter von seinem Vater Henke und seiner Schwester Loved. Bereits am Freitag war Pistorius dem Haftrichter vorgeführt worden, es wurde Mordanklage erhoben.

Das ehemalige Model Steenkamp war am Donnerstag in Pistorius' Haus in einem Nobelvorort von Pretoria getötet worden. Die 29-Jährige wurde von vier Schüssen getroffen.

Steenkamp wird am Dienstag im Kreise ihrer Familie in Port Elizabeth beigesetzt. Zuvor findet in einem Krematorium ein Gedenkgottesdienst an.

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